Wer sich gerne elektrisch innovativ fortbewegt, hat sicher auch ein offenes Ohr für Themen wie Nachhaltigkeit, Energie-Effizienz, dezentrale Energieversorgung und kostenlosen Strom? Wir wagen einen Blick – nicht allzu weit voraus.

Elektrizität statt Benzin und Diesel: Wenn nicht Lärmpegel, Feinstaub, der begrenzte Vorrat sowie die steigenden Kosten einem vom Verbrennungs- zum Elektromotor konvertieren lassen, dann spätestens das Umweltgewissen. Doch stopp! Auch die saubere Power aus der Dose wird ja nun irgendwo von einem qualmenden oder strahlenden Kraftwerk erzeugt, oder wenn sauber gewonnen, durch unkalkulierbare Wetterlagen, lokal sehr unterschiedlichen Bedarf sowie unnötig lange Leitungswege irgendwie uneffektiv und unzuverlässig. Kurz gesagt: Um irgendwann sein eRoller oder Segway mal garantiert mit grünem Strom laden zu können, reicht es nicht, wenn ein paar Konzerne oder Privatleute das eine oder andere Windrad bzw. Solarpanel aufstellen und ans bestehende Netz hängen! Wir brauchen eine dezentrale Energiegewinnung und jede Menge Speichermöglichkeit für die von der Natur abhängigen Energieformen!
Zwei Unternehmen, die genau in diese Richtung arbeiten, haben wir unter die Lupe genommen. Obwohl sie lange keine Startups mehr sind, haben sie noch einen extrem langen Weg zu gehen, um die selbst gesteckten Ziele national oder global zu erreichen! Meine Damen und Herren: der Energiemarkt der Zukunft!

Die Sonnen GmbH

Wer kennt noch die klobigen Nachtspeicheröfen, in denen nachts mit tatsächlich billigerem Strom eine Steinplatte aufgeheizt wurde, sodass tagsüber der teurere „Stoßzeit-Strom“ nur für das Gebläse genutzt werden musste? Wenn man diese Technik mit Packman gleichsetzt, ist das, was die Sonnen GmbH leistet, ein futuristisches Top-Game auf der Playstation 7!

Statt Steinplatte und Timer stellen sie Hochleistungsstromspeicher her, die mit einem intelligenten, smarthomefähigen Energiemanager und Schnittstelle zur Datenvernetzung daher kommen. In die häusliche Stromversorgung integriert speichern diese vorzugsweise selbst produzierten, „grünen“ Solar- oder Windstrom und verwalten ihn im Sinne des Eigentürmers, der wachsenden Community von Kunden und sogar aller Stromverbraucher am Netz! Was bedeutet das?

Sonnen GmbH - Christoph Ostermann CEO

Laut CEO Christoph Ostermann könnte man den gesamtdeutschen, privaten Stromverbrauch mit dezentralen Photovoltaik-Anlagen, Biogas- oder Windkraftwerken decken. Das Problem: Die Power der Natur und der Verbrauch der Menschen laufen nicht parallel. Was nutzt strahlender Sonnenschein, wenn tagsüber alle in der Schule oder am Arbeitsplatz sind? Mit der „Sonnenbatterie“ aus dem energieautarken Vorzeigeörtchen Wildpoldsried im Allgäu bot das damals gleichnamige Startup die erste lieferfähige Lithium-Ionen-Batterie für Haushalte zur Pufferung dieser azyklischen Energie. Tagsüber laden, nach Feierabend den Elektrosmart aufladen und damit quasi kostenlos Autofahren, die Intelligenz des Systems geht heute weit über dies hinaus! Mit selbst erstellten Prognosen zum Verbrauch des Haushalts und zum Wetter gibt die Hausanlage den Großgeräten genau dann die Akkupower frei, wenn es am effizientesten ist!
Läuft es wettertechnisch nicht gerade ganz übel, produzieren Haushalte damit eher Überschüsse, als dass sie Strom aus dem Netz beziehen müssen.“, leitet Pressechef Mathias Bloch zum eigentlichen Paradigmenwechsel durch die Sonnen GmbH über.

Aus dem Keller ins Netz

Unser Kerngeschäft ist gar nicht mehr die Montage und Aufrüstung der Sony-Zellen mit der smarten Steuerung, alle unsere Speicher sind untereinander vernetzt und leisten damit als riesiges, virtuelles Cluster einen Beitrag zur Stabilisierung und Dezentralisierung des Gesamtstromnetzes. Das bringt den großen Versorgern und Netzbetreibern so viele Vorteile, dass sie das der Community, also den Inhabern unserer Speicher, ordentlich vergüten. Selbst ohne eigenes „Kraftwerk“ beziehen unsere Kunden ihren Strom so quasi kostenfrei!“, so Bloch.

Sonnen GmbH - Teilen mit der Community: So profitiert man als User unabhängig von Wohnraumsituation und Stromquelle.

Im Prinzip stellt jeder User seinen Stromspeicher als regionalen Puffer zur Verfügung. Über die Bewegung jedes einzelnen Watts wird digital Protokoll geführt! Läuft zum Beispiel montags früh das Band bei BMW in München an, es ist dort aber schattig und windstill, muss bald nicht mehr verlustreich Strom von der Nordsee „herangeschafft“ werden, die vielen regionalen Speicher bügeln diese Spitze genauso aus, wie den Überschuss an Strom vom extrem sonnigen Vortag! Smarte Elektronik sorgt natürlich dafür, dass das Cluster-Mitglied nicht selbst irgendwann im Dunkeln sitzt.
Die Sonnen GmbH ist Weltmarktführer in diesem Bereich und will mit dem rasanten Wachstum eine echte Grundvoraussetzung für den Ausstieg aus dem bestehenden Strommarkt schaffen. Der Energiemarkt in Deutschland mit getrennten Stromerzeugern und Netzbetreibern, garantierter „Freistrom“ über zehn Jahre, potenziell sehr haltbare Lithium-Eisenphosphat-Technik sowie die Unabhängigkeit von großen Anbietern machen es für Wohnraumbesitzer, Häuslebauer und sogar Mieter lohnenswert, sich mal durchzurechnen, ob der Kauf einer solchen „Sonnenbatterie“ nicht durchaus rentabel ist! Am idealsten in Verbindung mit selbstproduziertem Strom, sodass man sein eMobil definitiv komplett grün und spottbillig auftanken kann.

GreenPack: Kanister für Strom

Was ist der eigentlich größte Vorteil von Benzin? Man kann es umschütten – vom Tanklaster in den Tankstellenbunker, von dort in den Kanister oder PKW, man könnte Glasflaschen damit füllen und die mit in den Garten nehmen, und wenn Juniors Motorroller leer gefahren ist, kann man mit Gummischlauch und etwas Unterdruck sogar einen Bypass zu Vaters Autor legen.

Sonnen GmbH - So sieht er aus, der Stromkanister mit Gardemaß und Schnittstelle.

Wie schön, ginge das so easy auch mit Strom – ohne mehrstündige Ladezeiten und Suche nach passenden Terminals und Steckdosen? Und es geht tatsächlich – mit etwas namens GreenPack. Der Kanister für Strom ist der Versuch, eine einheitlich Form samt Schnittstelle für Akkus in „Haushaltsgröße“ zu erschaffen. Der smarte kleine Koffer dagegen kann sich schon heute in dutzenden von Geräten auspowern:
Kicktrike, Rasenmäher, Staubsauger, eRoller, eBike, sogar ein Mini-Auto – je nach Leistungsbedarf kommen die Packs einzeln oder als Cluster in vorhandene Slots. Im Idealfall lädt man seine GreenPacks sogar am heimischen Terminal über selbst erzeugte Energien, schicke Behausungen für einen bis dutzende der 1.400 Wattstunden starken Packs stehen fürs „Auftanken“ bereit!

Das System ist übrigens dadurch sehr zukunftssicher, dass die verbaute Akkutechnik völlig variabel ist, sollte ein Geniestreich der Entwickler irgendwo auf der Welt die Speicherleistung oder Haltbarkeit verbessern, das Batteriemanagement-System kann angepasst werden, smarte Kommunikation mit Ladegräten und Verbrauchern ist sowieso möglich. Wir hatten bisher keinen in der Hand, aber das schlaue Power-Köfferchen mit den Maßen eines Packs Druckerpapier soll leicht zu handeln sein, mit Feuchtigkeit klar kommen und wird im Endgerät oder Ladeterminal einfach auf die Kontakte aufgeschoben und fixiert sich quasi selbst!

Sonnen GmbH - Pionierflotte: Erste Fahrzeuge sind schon für den GreenPack konfektioniert.

Mobile und immobile Packs

Als wäre ein universeller Kanister für Strom nicht schon Zukunft genug, bieten die zum Cluster geschalteten Packs in der heimischen Station ähnliche Funktionen wie die Sonnenbatterie (s.o.), auch sie puffern mit ihrer smarten Power sowohl den heimischen Verbrauch als auch das öffentliche Stromnetz.
Für uns blitzt der allergrößte Benefit eines standardisierten „Speichermoduls“ für Elektrizität aber aus der Zukunft auf! Im Stile von CO2-Patronen für Sprudelwasser-Bereiter soll man, im Fall genau dieses Maß setzt sich durch, am Automat seinen leeren GreenPack einfach gegen einen geladenen austauschen, zahlen und wieder abrauschen, weitermähen oder was auch immer. Es stellen sich da natürlich viele Fragen zur Qualitätssicherung der Packs im Umlauf und zum Vertrieb, aber ein eAuto könnte so schneller geladen sein als ein herkömmliches getankt! Strom wird also „flüssig“, was eine verlockende Vorstellung!

Text: Timo Dillenberger / Bilder: Sonnen GmbH