In München erhält einen Zuschuss, wer sich für eine umweltfreundliche Variante der Elektromobilität entscheidet. Dazu gehören auch Elektrofahrräder Lasten-Pedelecs. So steht es zumindest in Deutschlands größtem kommunalen Förderprogramm für Elektromobilität. eTecMag hat bei Münchens Umweltreferentin Stephanie Jacobs genauer nachgefragt.

In München erhält einen Zuschuss, wer sich für eine umweltfreundliche Variante der Elektromobilität entscheidet. Dazu gehören auch Elektrofahrräder Lasten-Pedelecs. So steht es zumindest in Deutschlands größtem kommunalen Förderprogramm für Elektromobilität. eTecMag hat bei Münchens Umweltreferentin Stephanie Jacobs genauer nachgefragt.

Dass Elektromobilität der Schlüssel zu einer modernen und umweltfreundlichen Fortbewegung ist, haben zum Teil auch die Verantwortlichen in den Landeshauptstädten erkannt. Leider jedoch noch nicht überall, und so gilt das Förderprogramm für Elektromobilität in München noch als Vorreiter. Die Bundesregierung lehnt eine bundesweite Kaufprämie für Elektrofahrräder nämlich immer wieder strikt ab. Warum? Vielleicht, weil man offene Gelder weiterhin lieber in die Autoindustrie steckt? Zumindest gibt es seit Juli 2016 4.000 Euro für jeden Käufer eines Elektroautos – immerhin. Eine Förderung in Sachen Elektrofahrrad kommt jedoch bis dato nicht infrage. Anders in München: Hier ist beides möglich, seit April 2016 gibt es Zuschüsse für Zwei-, Drei- und Vierräder. Das ist zum Teil auch der Hartnäckigkeit von Münchens Umwelt- und Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs zu verdanken. bat die Juristin und Mutter von zwei Kindern um eine Stellungnahme. Jacobs kommentierte Deutschlands größtes kommunales Förderprogramm für Elektromobilität daraufhin wie folgt:

„Luftreinhaltung, Lärmschutz, Klima- und Umweltschutz einerseits und ein hohes Mobilitätsbedürfnis andererseits: Das sind die großen Themen, die weltweit fast alle Städte herausfordern. Waren müssen zu den Einzelhändlern geliefert werden, die steigende Zahl an Online-Bestellungen will zu den Kunden, Handwerker müssen zu ihren Auftraggebern, Ärzte und Pflegedienste zu den Patienten, und auch wenn immer mehr Menschen auf ein eigenes Auto verzichten, so gibt es doch Situationen im Leben, in denen man auf ein Auto angewiesen ist.

Münchens Umwelt- und Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs setzt sich selbst gerne aufs eBike.

Schlüssel für die Luftreinigung.

Elektromobilität ist der Schlüssel für unsere Städte: Sie ist sauber und leise – ob Elektrobus im ÖPNV, eAuto für Handwerker oder Lasten-Pedelec für Lieferdienste oder Familien. Für mich ist die Elektromobilität deshalb Zukunftschance für eine echte Verkehrswende in unserer Stadt. Weg von der klassischen Mobilität mit Verbrennungsmotoren, hin zur sauberen und leisen Elektromobilität. Sie ist eine der vielversprechendsten Maßnahmen, um die Luft in München nachhaltig zu verbessern. Seit 2012 halten wir bereits die Feinstaubwerte ein. Die Elektromobilität wird mithelfen, dass wir bald auch bei den Stickstoffdioxid-Werten besser werden. Abgasfrei und geräuschlos durch München gleiten – das ist längst keine Zukunftsvision mehr! Die eMobilität sorgt aber auch dafür, dass unsere schnell wachsende Stadt auch künftig wirtschaftlich funktionsfähig bleibt und der Verkehr an moderne urbane Verhältnisse angepasst werden kann. Von Gerichten angedrohte pauschale Fahrverbote für Dieselfahrzeuge zur Erreichung der Luftreinhalteziele können nur vermieden werden, wenn wir den Verkehr – insbesondere den innerstädtischen – so rasch wie möglich auf saubere Antriebsarten umstellen.

München hat das größte kommunale Förderprogramm für Elektromobilität aufgelegt.

Bereits 2015 hat der Münchner Stadtrat beschlossen, über 30 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt in die Förderung der Elektromobilität zu investieren. Im Juli 2017 ist der Stadtrat meinem Vorschlag gefolgt, weitere 30 Millionen für den Umstieg auf die Elektromobilität zur Verfügung zu stellen. München fördert die eMobilität also mit eigenen Mitteln in Höhe von insgesamt über 60 Millionen Euro über fünf Jahre von 2015 bis 2020. Das ist einmalig, denn keine andere Kommune nimmt so viel Geld in die Hand, um den Umstieg auf eMobilität zu fördern! Die Fördersumme verteilt sich auf insgesamt 25 Maßnahmen. Mit unserem Förderprogramm „München e-mobil“ unterstützen wir beispielsweise Privatpersonen und Gewerbetreibende mit Zuschüssen beim Kauf von Elektrofahrzeugen und der Errichtung der notwendigen Lade-Infrastruktur. Daneben fördern wir den Ausbau der öffentlichen Lade-Infrastruktur, den Betrieb von eTaxis und die Einrichtung von Mobilitätsstationen, um die multimodale Verkehrsnutzung zu ermöglichen. Die Busflotte des ÖPNV soll so weit wie möglich auf Elektrofahrzeuge umgerüstet werden, ebenso die Fahrzeugflotte der Stadt. Gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft. Gemeinsam mit den Unternehmen und Bürgern unserer Stadt arbeiten wir kontinuierlich daran, die Bedingungen für die Nutzung von Elektrofahrzeugen zu verbessern, um den verkehrstechnischen und umweltpolitischen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte zu begegnen und um München auch für die künftigen Generationen liebens- und lebenswert zu erhalten.“

„Nachdem wir aufgrund des Doppelförderverbots nach Beginn der Bundesförderung keine Elektroautos mehr fördern dürfen, sind Lasten-Pedelecs der Renner in unserem Förderprogramm – insbesondere bei jungen Familien. Auch die 30 neuen Pedelecs, die wir für Dienstfahrten angeschafft haben, stoßen bei unseren Mitarbeitenden auf große Resonanz und werden rege genutzt.“

Facts-Check

  • Bis Mitte Oktober 2017 wurden Förderanträge für rund 750 Lasten-Pedelecs und 730 Pedelecs eingereicht.
  • Im April 2016 wurden rund 1.400 Anträge gestellt und 900.000 Euro an Fördermitteln für Zuschüsse für Ladesäulen auf nicht öffentlich zugänglichem Privatgrund ausgeschüttet.
  • Seit 2015 wurden im städtischen Fuhrpark 55 herkömmlich motorisierte Fahrzeuge durch ePkw ersetzt.
  • Bis Ende 2017 werden es rund 100 eFahrzeuge sein.
  • Bis 2023 sollen weitere 150 ePkw folgen.
  • Für diese kommunalen Fahrzeuge werden insgesamt 180 neue Ladepunkte in städtischen Gebäuden errichtet.
  • Auf öffentlichem Grund haben die Stadtwerke München bis dato 100 öffentliche Ladesäulen errichtet, darunter 10 Schnellladesäulen.
  • Bis zum Jahresende sollen es 150 sein, und bis 2020 sollen in München insgesamt 500 öffentliche Ladesäulen mit je mindestens zwei Ladepunkten stehen.
  • Bis spätestens 2020 soll die erste Buslinie komplett elektrisch fahren.