Wer darf wo fahren???

Um etwas Licht in die angesprochenen Grauzonen zu bringen, einige Infos zur aktuellen Gesetzeslage soweit überhaupt darin aufgenommen. Basis sind die Straßenverkehrsordnung sowie die Mobilitätshilfenverordnung und dokumentierte Fälle. Konkrete Aussagen auch von offiziellen Stellen sind aufgrund der unsicheren Lage nahezu nicht zu bekommen!

Sets unterscheiden zwischen „darf“, „muss“ und „wird geduldet“!
Wenn Gefährte vom Gesetzgeber nicht explizit eingeordnet, somit Verkehrswege noch nicht zugeordnet wurden, gelten stattdessen vornehme Passivität und gesunder Menschenverstand!

 

Bitte informieren sie sich im Einzelfall welche Regelung für ihr Gerät/ihre Geräte gilt. Alle folgenden Angaben sind ohne Gewähr.

MOAR Fat Tire e-Bike

S-Pedelecs 25 km/h bis 45 km/h müssen öffentliche Straßen benutzen. Radwege sind tabu, auf wenig befahrenen Wald- und Feldwegen werden sie bei angepasster Fahrweise teils geduldet! Verkehrsschild-Zusatz „Mofas frei“ gilt auch für S-Pedelecs!

OKO eBike

Pedelecs ohne Kennzeichen-Pflicht genießen alle Rechte und Pflichten herkömmlicher Fahrräder. Laut eBikeNews dürfen sie seit 2017 aber nur noch mit „E-Bike frei“ gekennzeichnete Radwege nutzen, konnte aber nirgends verifiziert werden, in der Praxis bisher nicht angewandt! Wahrscheinlicher: Hier dürfen ALLE E-Bikes fahren.

Hammer i-Walk Street Runner

Segways gelten als Mobilitätshilfen, dürfen Radspuren befahren. Sind keine vorhanden sogar auf der Straße erlaubt, ausgenommen Bundes-, Land- und Kreisstraßen! Voraussetzung ist ein Versicherungskennzeichen! Bürgersteige sind tabu, Ausnahmen teils in Fußgängerzonen oder an öffentlichen Plätzen ausgeschildert, dann gilt Schrittgeschwindigkeit als Maximum!

INMOTION V8

eHoverboards, eEinräder und so weiter sind offiziell arm dran. Es sind definitiv keine Fahrzeuge, damit gehwegpflichtig. Dort dürften sie aber baulich nur maximal schritt-, also 6 km/h, fahren. So pauschal nur auf Privatgrund erlaubt. Je dichter das Personenaufkommen und je höher die Geschwindigkeit desto höher die Wahrscheinlichkeit, außerhalb tatsächlich auch belangt zu werden.

evolve - Carbon GTX
SXT Neo

eSkateboards könnte man wie Inlineskater als „besondere Fortbewegungsmittel“ definieren, dann dürfte man bzw. müsste man wie Fußgänger mit einem eSkateboard auch am linken Straßenrand gegen den Verkehr fahren dürfen, beängstigende Vorstellung!

Dito für eScooter zum Stehen: Tretroller sind wie Fußgänger kategorisiert, es gilt Gehwegpflicht, ohne Gehweg darf man als Fußgänger die Straße benutzen, soll sich aber auf der linken Seite nah am Rand bewegen.

Kumpan-Roller

eRoller zum Sitzen ohne Kennzeichen sind keine Fahrzeuge, damit keine Freigabe für die Straße. Sind auch keine Fahrräder oder Mobilitätshilfen, also nicht auf Radwegen legal, für Gehwege offiziell zu schnell. Außerhalb von Privatflächen sollte man mit den flotten Teilen deshalb am vorsichtigsten sein, bei verantwortungsvollem Fahrstil wird abseits vom fließenden Verkehr im Allgemeinen weggeschaut, allerdings nicht in Ballungsgebieten.

Elektrische Rollstühle sind paradoxer Weise keine Mobilitätshilfen und müssen deshalb am rechten Fahrbahnrand unterwegs sein! Hier ist die Toleranzgrenze der Polizei wohl am höchsten.

Gilt auf Campingplätzen z.B. explizit die StVZO, sind „Grauzonen-Fahrzeuge“ auch hier theoretisch nicht erlaubt.

Wichtig: Selbst, wenn die Polizei hin und wieder ein Auge zudrückt oder selbst nicht ganz sicher ist, wer wo was darf: Bei einem Unfall wird man außerhalb sicherer Gesetzeslage stets eine Teilschuld bekommen! Außerdem schadet rowdyhaftes Fahren dem Image der eMobility, was wiederum eher ein strengeres Vorgehen der Ordnungshüter zur Folge hätte. Also lieber mal locker bleiben!
Bußgelder liegen zwischen 10,– und 80,– im Erstfall. Bei mehrfach ermahnten wird meist zusätzlich das Fahrzeug sichergestellt, hohe Bußgelder und Fahrverbote sind möglich!

Titelbild Pixabay