Lebenskrise? Trübe Nächte? Wir empfehlen: kaufen sie ein eSkateboard! Die elektronisch angetriebenen Bretter sorgen für den Kick und machen abhängig. So müssen immer mehr Deutsche rauf auf die verboten schnellen Bretter. Hersteller Evolve Skateboards freut’s: er liefert mit seinen High-End-Longboards die passende Manneskraft und Frauenpower unter die Füsse. Höchste Zeit für einen Besuch bei den Evolve-Fun-Dealern.

Düsseldorf, Stadtteil Flingern-Nord: Hier leben Menschen, zum großen Teil unter 49 Jahre alt, gemütlich in schönen Altbauten. Hier zeigt die Landeshauptstadt aber auch ihr waches Gesicht: Kreative entwickeln in stillgelegten Industriegebäuden Ideen im Vollgastempo. Und in einer dieser Hallen ist Vollgas genau das, wovor ich gerade Angst habe, während ich auf einem Skateboard stehe: „Rauf aufs Brett, Beine auseinander, Feuer – und ab geht die Fahrt!“ Für den Profi neben mir ist die Sachlage klar. Für mich ist nur so viel klar: Angst habe ich, Mut aber auch. Deshalb schaue ich, dass mein Style stimmt, und verdränge, dass das Brett unter meinen Füßen über 40 Stundenkilometer auf den Tacho bringen kann. Egal.

Dann eben: Feuer! Ich drücke den Stick in meiner Hand und schieße, gefühlt raketenmäßig, in zwei Sekunden 20 Meter über den Düsseldorfer Fabrikhallenboden. Dann ist mein erster Kickstart mit einem eSkateboard vorüber: Halleluja, was für ein Gefühl!

Boarden mit Wumms

Skateboardfahren verlernst du nicht, auch wenn du mit dem eBoard ein bisschen schneller bist als mit einem normalen Board!“ Auch das sagt der Profi. Der heißt übrigens Jens Haffke, ist Chef von Evolve Skateboards Germany und erklärt mir gerade, was „ein bisschen schneller“ bedeutet: Die 3.000 Watt starken Dual-Outrunner-Elektromotoren unter dem Brett schaffen es von 0 auf 42 Stundenkilometer in wenigen Sekunden. Das klingt nach Formel-1-Performance: „Unsere eBoards haben ungefähr zweieinhalb Mal so viel Power wie herkömmliche Modelle. Neulinge, die hier Probe fahren, sind davon extrem geflasht“, erzählt Haffke stolz.

Der 43-Jährige ist Exklusiv-Distributor von Evolve-Skateboards in Deutschland und in halb Europa und hat gerade in Düsseldorf sein neues Reich bezogen. In der knapp 500 Quadratmeter großen Fabrikhalle können eBoard-Fans nicht nur die neuesten eSkateboards testen und kaufen. Hier werkeln, reparieren und tüfteln Haffke und seine zehn Mitarbeiter auch fünf Tage die Woche an den Power-Boards.

Damit die Kunden von Evolve das volle Potenzial an Reichweite, Power und Fahrspaß genießen können, schrauben und testen die rund zehn Mitarbeiter im Düsseldorfer Standort täglich an Zubehörteilen wie Platinen.
Evolve - Hightech aus Expertenhand
Damit die Kunden von Evolve das volle Potenzial an Reichweite, Power und Fahrspaß genießen können, schrauben und testen die rund zehn Mitarbeiter im Düsseldorfer Standort täglich an Zubehörteilen wie Platinen.

Hightech aus Expertenhand: Damit die Kunden von Evolve das volle Potenzial an Reichweite, Power und Fahrspaß genießen
können, schrauben und testen die rund zehn Mitarbeiter im Düsseldorfer Standort täglich an Zubehörteilen wie Platinen.

E wie Easy Rider oder Evolve

Evolve Skateboards gilt derzeit als einer der führenden Hersteller am Markt und setzt neue Maßstäbe in Sachen Reichweite, Power und Fahrspaß. „Bei diesen hochwertigen Profi-Boards brauchst du keine Angst mehr um das Material zu haben und kannst dich einfach nur noch um dein Fahrgefühl kümmern. Denn die Freiheit genießen, darum geht’s beim eSkaten“, schwärmt Haffke. Das besondere Geheimnis sei der „Endless Ride“, den man vom Surfen und Snowboarden kennt. Beim eSkaten gebe es den gleich vor der eigenen Haustür. „Snowboarder brauchen den Schnee, Windsurfer den Wind. eSkater brauchen ihr Board – und fertig ist das Glück!

Klar, dass vor allem Surfer und Snowboarder gerne mit den eBoards unterwegs sind. Die seien genau das Richtige für die Zeit zu Hause: „Du hast Entzugserscheinungen, wenn du kein Brett unter den Füßen hast. Dagegen sind eBoards das beste Heilmittel“, beschreibt Haffke die Suche nach dem Cruiser-Glück – einem Gefühl, wie man es beim Reiten einer Welle oder im Tiefschneehang hat.

Evolve - Feinabstimmung nach Plan
Evolve - Die schmale Evolve-Fernbedienung für eine fein dosierbare Steuerung, eTecMag-Autor Marco Eschenbach im Gespräch mit Jens Haffke und Batterien mit so viel Power, dass sie „Berge“ versetzen können – wie eine 100 kg schwere Palette.
Evolve - Die schmale Evolve-Fernbedienung für eine fein dosierbare Steuerung, eTecMag-Autor Marco Eschenbach im Gespräch mit Jens Haffke und Batterien mit so viel Power, dass sie „Berge“ versetzen können – wie eine 100 kg schwere Palette.

Evolve – Die schmale Evolve-Fernbedienung für eine fein dosierbare Steuerung, eTecMag-Autor Marco Eschenbach im Gespräch mit Jens Haffke und Batterien mit so viel Power, dass sie „Berge“ versetzen können – wie eine 100 kg schwere Palette.

Aus der Mitte entspringt das Evolve – eBoard

Genau dieses Gefühl hat Evolve Skateboards in qualitativ hochwertige, mit Elektromotoren gepimpte Hightech-Longboards und zwischen zwei strapazierfähige Carve-Achsen mit Doppelgelenken gepresst. Entscheiden kann man sich zwischen einem Street-Board (das Evolve One wiegt unter 8 Kilogramm) und einem All-Terrain-Board (unter 11 Kilogramm) – ganz nach Gusto, je nachdem, ob man lieber auf Asphalt oder offroad unterwegs ist. Wenn man beides möchte – auch kein Problem: „Man kann superschnell switchen und bestimmte Modelle auch in fünf Minuten vom Street- zu einem All-Terrain- Board umbauen“, erklärt der Fachmann.

Beschleunigt und gebremst wird das Elektro-Skateboard mithilfe einer Fernbedienung mit der Hand. In Sachen Sportlichkeit kann man aus vier verschiedenen Modi wählen. Ob „Slow“, „Eco“, „Fast“ oder „GT“: Jeder wählt selbst die Gangart, die man sich zutraut. Hat man den Start erst einmal überstanden, lassen Kurven sich wie mit dem Snowboard fahren, indem man den Körper entweder nach vorne oder nach hinten lehnt. Eine Akkuladung hält zwischen 35 (z. B. Bamboo GT Street) und 50 Kilometern (z. B. Carbon GT Street). Evolve Skateboards fahren nach Herstellerangaben damit bis zu fünfmal weiter als andere Boards. Und Steigungen? Kein Problem, auf den Boards schaffe man es cool und locker jeden Berg hoch. Haffke erzählt: „Das GT Board hat auch schon mal ein Mittelklasse-Auto vor sich hergeschoben.

Showroom, Lager, Werkstatt, Teststrecke: Die Evolve-Skateboards-Deutschland-Zentrale ist ein Eldorado für Skate-Freaks.

Showroom, Lager, Werkstatt, Teststrecke: Die Evolve-Skateboards-Deutschland-Zentrale ist ein Eldorado für Skate-Freaks.

Die Reifenwahl macht’s: All-Terrainund Street-Varianten (vorne).

Die Reifenwahl macht’s: All-Terrainund Street-Varianten (vorne).

Evolve - Die Frage ist nicht, ob man fällt, sondern wie! Gerade bei Anfängern ist der Helm ein Muss.

Evolve – Die Frage ist nicht, ob man fällt, sondern wie! Gerade bei Anfängern ist der Helm ein Muss.

Nicht nur Boarder sind auf dem eSkate-Trip. Die neuen Bretter haben viele Fans. Gerade Menschen, die umweltbewusst von A nach B kommen wollen, nutzen immer häufiger Elektroskateboards. Vorteil: Man kann sie mit in die Bahn nehmen oder in den Kofferraum legen. Kein anderes eFahrzeug hat eine bessere Energiebilanz. Haffke berichtet: „eSkaten ist bei immer mehr Menschen auch Teil eines neuen Lifestyles. Viele möchten Fun mit Verantwortung verbinden.

40.000 bis 50.000 eSkater sind derzeit in Deutschland unterwegs, die meisten sind in den 30ern und älter. „Und es werden immer mehr“, erzählt Haffke. „Wir Deutschen lieben die Innovation, gerade wenn sie auch Nachhaltigkeit kann. Deshalb wird eSkaten in Zukunft richtig abgehen.

Showroom, Lager, Werkstatt, Teststrecke: Die Evolve-Skateboards-Deutschland-Zentrale ist ein Eldorado für Skate-Freaks.

Im Auge des Gesetzes

Dass eSkateboards in Deutschland auf öffentlichen Straßen und Gehwegen bislang offiziell verboten sind, stört den aufkommenden Hype und auch Haffke selbst nur wenig. Kein eSkater sei ihm bekannt, der jemals mit den Ordnungshütern in größere Konflikte geraten wäre – oder wo sich der Fall nicht in Wohlgefallen aufgelöst hätte: „Leben und leben lassen! Mit dieser Devise sind wir bisher sehr gut gefahren.“ Erlaubt oder verboten: Das Problem könnte sich bald verflüchtigen. Die Bundesregierung erarbeitet derzeit Kriterien für eine „Zulassung von Elektrokleinstfahrzeugen zum Straßenverkehr“. Haffke ist guten Mutes, dass die eBoards schon bald auch vor dem Gesetz rechtmäßig anerkannte Fortbewegungsmittel sind.

Verboten gut, die Dinger! Das denke auch ich mir, als ich – ein bisschen stolz und gänzlich verletzungsfrei – als „Testfahrer“ an diesem Tag Feierabend habe. Da muss ich dranbleiben, für alle Fälle. Und einen Plan, sollte es wider Erwarten mit dem coolen eCruisen nicht klappen, habe ich auch schon parat: Als schickes, nachhaltiges Transportmittel gibt das eSkateboard eine absolute Top-Figur ab.

Text: Marco Eschenbach / Fotos: Britta Schunck