UNABHÄNGIG VON WETTER, WIND UND WELLEN EINFACH DRAUFLOSSURFEN ZU KÖNNEN, KLINGT GENIAL. DA LOHNT SICH DER DAYTRIP AN DIE KÜSTE AUF JEDEN FALL!

Wer kennt das nicht: die Vorfreude auf das lange Wochenende am Meer? Umso größer dann die Enttäuschung, wenn die Bretter bis zur Abreise trocken bleiben – weil der Wind mal wieder pünktlich zur freien Zeit seine Tätigkeit eingestellt hat und die See drei Tage spiegelglatt in der Sonne glitzert. Solchem Frust beugt ein Lampuga vor. Denn ja, es gibt nun eine Wunderwaffe gegen derart „unkooperatives“ Wetter. Sie prescht mit bis zu 60 km/h bei bis zu 24,6 PS durchs Wasser. Der Wert erscheint zugkräftig, wenn man bedenkt, dass die

mehr als 20 Pferde nur rund ein Vierzigstel vom Gewicht eines Mittelklassewagens beschleunigen müssen. Natürlich ziehen keine Pferde durchs Wasser, sondern ein elektrischer Motor, dessen Leistung eigentlich in Watt beziffert wird. Bis zu einer halben Stunde reicht der Akku von Lampuga Boost GT, Boost GTR und Air S. Während das Jetboard sich entkräftet an Land mit Strom vollsaugt, kann der Surfer im Sand liegen und Sonne tanken.

Diesen Frustblocker verdankt die Welt Benjamin Köhnsen. Wieder mal entnervt von obigem Szenario, sägte er eines Tages einfach sein Brett auf und montierte einen Motor hinein. Er verheiratete quasi ein Surfboard mit einem Jetski. Bis aus dem Prototyp serienreife „Babys“ hervorgingen, brauchte es drei Jahre „Schwangerschaft“. 2011 gründete Erfinder Benny die Sashay GmbH, 2015 sammelte das Unternehmen per Crowdfunding 820.000 Euro ein. Mittlerweile tüfteln im Norden Hamburgs über 30 Mitarbeiter an den Jetboards, stellen sie dort auch her und verschicken sie in die ganze Welt.

eBAYWATCH

Das Lampuga Boost GTR rühmt das Start-up als „schnellstes elektrisches Jetboard weltweit“. Bei beiden Boost-Modellen besteht der gesamte Body aus Carbon, beim Air S lediglich die Powerbox, in der sich Antriebseinheit und Akku befinden. Die Powerbox koppelt man mit einem von drei unterschiedlich großen aufblasbaren Rümpfen. Solch ein Wassergefährt könnte demnächst auch Leben retten: Gemeinsam mit dem DLRG e. V. feilte das Lampuga-Team an einem Modell für die Badeaufsicht, um Schwimmern in Not schneller helfen zu können. Bei 32 Kilogramm sprinten die Rettungsschwimmer damit allerdings nicht so leichtfüßig ins Wasser wie die Baywatch-Kollegen Hasselhoff und Co. mit ihren roten Bojen. Auch wenn der Shape irgendwie an sie erinnert.

Wellenschlag

Anfang April meldete die Sashay GmbH, Hersteller der Lampuga-Elektrojetboards, Insolvenz an. Zu den Ursachen kursieren widersprüchliche Darstellungen von Insolvenzverwalter und Investor. Der Insolvenzverwalter teilte mit, Produktion und Vertrieb liefen unverändert weiter, alle Mitarbeiter blieben beschäftigt. Potenzielle Investoren sollen ihr Interesse bekundet haben. Auch bei einem Stückpreis von 10.000 Euro überstieg die weltweite Nachfrage des exklusiven Sportgeräts seine Produktionskapazität.

Ultimate fun for everyone

Mit „Ultimate fun for everyone“ verspricht der Katalog, dass es ziemlich easy sei, mit den eJetboards loszuheizen. CEO Köhnsen untermauert das: „95 Prozent der Nutzer können es beim ersten Versuch, ohne herunterzufallen.“ Das Surfen damit, oder besser gesagt: das Im-Stehenübers-Wasser-Brettern, sei viel einfacher als Wellenreiten oder Windsurfen. Zumindest Mario Götze wippt auf dem Video im Youtube-Channel recht standsicher auf einem Lampuga übers Wasser:

Autor: Beate Wand / Bilder: Lampuga