Wenn du einen E-Scooter in Deutschland fährst, musst du ihn versichern. Das ist keine Empfehlung - das ist Gesetz. Seit 2019, als die sogenannte E-Scooter-Verordnung in Kraft trat, gelten Elektroroller als Kraftfahrzeuge. Und das bedeutet: Kein Fahrzeug ohne Haftpflichtversicherung. Du kannst nicht einfach losfahren, egal wie klein oder billig dein Roller ist. Wenn du erwischt wirst, ohne Versicherung, kostet das nicht nur Geld - es kann auch richtig teuer werden.
Was passiert, wenn du keinen Versicherungskennzeichen hast?
Polizisten kontrollieren immer häufiger E-Scooter. Besonders in Städten wie Leipzig, Berlin oder München gibt es regelmäßige Kontrollen an Ampeln, Radwegen und Fußgängerzonen. Wenn du keinen Versicherungskennzeichen an deinem Roller siehst, wird dir das sofort auffallen. Das Kennzeichen ist ein kleines, weißes Schild mit schwarzer Schrift - meistens am Heck befestigt. Ohne dieses Schild darfst du nicht fahren.
Du bekommst sofort ein Bußgeld von mindestens 40 Euro. Aber das ist nur der Anfang. Wenn du ohne Versicherung fährst und einen Unfall verursachst, zahlst du selbst für alle Schäden. Das heißt: Wenn du jemanden anfährst, das Auto beschädigst oder eine Lampe umknallst - du bist haftbar. Keine Versicherung, keine Hilfe. Die Kosten können schnell in die Tausende gehen. Ein gebrochener Arm, ein kaputter BMW - das ist kein Spiel.
Wie funktioniert die Versicherung für E-Scooter?
Die Versicherung ist eine sogenannte Haftpflichtversicherung. Das ist die einfachste und günstigste Form. Sie deckt nur Schäden ab, die du anderen zufügst - nicht deine eigenen. Das ist bei E-Scootern ausreichend, weil du sie meistens unter 20 km/h fährst und nicht auf der Straße, sondern auf Radwegen oder Gehwegen unterwegs bist.
Die Versicherung läuft über einen Versicherungskennzeichen. Du bekommst es von deinem Versicherer - meistens nach Online-Anmeldung. Einige Anbieter wie Allianz, AXA oder HanseMerkur bieten spezielle E-Scooter-Policen an. Die Kosten liegen zwischen 20 und 50 Euro pro Jahr. Manchmal ist es sogar günstiger, wenn du den Roller in deine bestehende Haftpflichtversicherung einbaust - zum Beispiel wenn du schon eine für dein Fahrrad hast.
Wichtig: Du musst den Roller nicht versichern, wenn er nicht auf öffentlichen Wegen fährt. Das heißt: Wenn du ihn nur auf deinem Grundstück, in der Garage oder in einem abgesperrten Park benutzt, brauchst du keine Versicherung. Sobald du aber auf den Bürgersteig, den Radweg oder die Straße fährst - du bist versicherungspflichtig.
Was ist mit dem Versicherungskennzeichen?
Das Kennzeichen ist nicht wie bei Autos. Es ist kein Metallplättchen, sondern ein kleines, selbstklebendes Etikett. Du bekommst es von deinem Versicherer - meistens per Post oder als PDF zum Ausdrucken. Du klebst es auf die Rückseite des Rollers, meistens direkt neben dem Seriennummer-Sticker. Es muss gut sichtbar sein. Kein Zettel unter dem Sattel, kein Klebeband, das abfällt. Die Polizei prüft es mit einem Scanner - und wenn es nicht da ist, ist es, als wäre es nie da gewesen.
Wenn du den Roller verkaufst, musst du das Kennzeichen abnehmen. Es bleibt bei der Versicherung - nicht beim Roller. Der neue Besitzer muss dann seine eigene Versicherung abschließen. Du kannst das Kennzeichen nicht übertragen. Es ist an dich gebunden, nicht an das Fahrzeug.
Kann man den E-Scooter auch mit einer Privatversicherung versichern?
Ja, aber nur, wenn du zusätzlichen Schutz willst. Die Haftpflicht ist Pflicht. Alles andere ist freiwillig. Wenn du willst, dass dein eigener Roller bei Sturz oder Diebstahl abgedeckt ist, brauchst du eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung. Die Kosten liegen dann bei 80 bis 150 Euro pro Jahr - je nach Wert des Rollers. Ein günstiger E-Scooter für 400 Euro kostet weniger als ein teurer Modell mit 1500 Euro.
Teilkasko deckt Schäden durch Stürze, Unfälle oder Wettereinflüsse ab. Vollkasko tut das plus Diebstahl. Aber: Die meisten Menschen verzichten darauf. Warum? Weil ein E-Scooter oft nicht so viel wert ist, dass sich die Versicherung lohnt. Und weil viele Schäden durch Versicherung nicht abgedeckt werden - zum Beispiel bei Fahrlässigkeit oder unsachgemäßer Nutzung.
Was ist mit E-Scootern aus dem Ausland?
Wenn du einen E-Scooter aus Österreich, der Schweiz oder den Niederlanden mitbringst, gilt das gleiche: Du musst ihn in Deutschland versichern. Die ausländische Versicherung zählt nicht. Du brauchst ein deutsches Kennzeichen. Selbst wenn du nur für ein Wochenende in Deutschland bist - du musst dich anmelden. Es gibt keine Ausnahmen für Touristen.
Einige Anbieter bieten Kurzzeitversicherungen an - zum Beispiel für drei Tage. Das ist praktisch, wenn du einen E-Scooter in Berlin mietest. Aber du musst trotzdem eine deutsche Versicherung haben. Kein Land, kein Vertrag, kein Fahren.
Was ist mit gebrauchten E-Scootern?
Wenn du einen gebrauchten E-Scooter kaufst, prüfe immer, ob er bereits versichert ist. Der Vorbesitzer muss dir das Versicherungskennzeichen aushändigen - oder du musst selbst eine neue Versicherung abschließen. Der Roller ist nicht automatisch versichert, nur weil er schon mal jemandem gehörte. Du musst den Versicherer informieren und den Roller auf deinen Namen umschreiben. Das dauert meistens nur ein paar Minuten online.
Wenn der Roller keine Kennzeichnung hat, ist das ein Warnsignal. Vielleicht wurde er gestohlen. Vielleicht ist die Versicherung abgelaufen. Vielleicht hat der Verkäufer versucht, dich zu täuschen. Kaufe nie einen E-Scooter ohne Kennzeichen - und frage immer nach dem Versicherungsnachweis.
Was passiert, wenn du einen E-Scooter ohne Führerschein fährst?
Kein Führerschein nötig - das ist richtig. Du brauchst keinen Führerschein, um einen E-Scooter zu fahren. Aber du musst mindestens 14 Jahre alt sein. Unter 14 Jahren ist es verboten. Und du darfst nicht unter Alkohol oder Drogen fahren. Die Grenze liegt bei 0,5 Promille - genauso wie beim Auto. Wer über 1,1 Promille fährt, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern auch eine Fahrverbotsanordnung. Die Polizei kann den Roller beschlagnahmen und dich zur Blutprobe zwingen.
Es gibt keine Prüfung, keine Theorie, keine Fahrstunde. Aber du musst die Regeln kennen: Kein Fahrradweg, kein Bürgersteig, kein Park. Nur auf Radwegen, Fahrradstraßen oder Straßen mit Tempo-30-Zone. Und du darfst nicht mit zwei Personen fahren. Kein Beifahrer. Kein Kind auf dem Gepäckträger. Das ist verboten.
Wie finde ich die richtige Versicherung?
Es gibt keine einzige beste Versicherung. Aber es gibt einige Anbieter, die besonders gut für E-Scooter geeignet sind:
- Allianz: Günstig, einfache Online-Registrierung, auch für Kurzzeitversicherungen
- AXA: Kombi mit Fahrradversicherung möglich, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- HanseMerkur: Hohe Schadensabwicklung, auch für teure Modelle
- Deutscher Ring: Spezialisiert auf Elektrofahrzeuge, gute Beratung
Ein Vergleichsportal wie Check24 oder Scheck24.de hilft dir, die günstigste Option zu finden. Du gibst einfach den Wert des Rollers ein, dein Alter und ob du Teilkasko willst. In drei Minuten hast du drei Angebote. Die meisten Versicherungen bieten auch Rabatte für junge Fahrer oder wenn du den Roller nur im Sommer nutzt.
Was ist mit E-Scootern mit mehr als 20 km/h?
Wenn dein E-Scooter schneller als 20 km/h fährt, ist er kein E-Scooter mehr - er ist ein Kleinkraftrad. Dann brauchst du einen Mofa-Führerschein (Klasse AM), du musst einen Helm tragen, und du darfst nur auf Straßen fahren. Die Versicherung wird teurer - oft über 100 Euro pro Jahr. Und du musst ein echtes Kennzeichen mit Zahlen und Buchstaben anbringen. Solche Roller sind selten. Die meisten sind auf 20 km/h begrenzt. Wenn du einen schnelleren Roller hast, prüfe genau, ob er legal ist.
Frequently Asked Questions
Muss ich meinen E-Scooter wirklich versichern, wenn ich ihn nur selten fahre?
Ja, unabhängig davon, wie oft du fährst. Die Versicherungspflicht gilt für jede Fahrt auf öffentlichen Wegen. Selbst wenn du nur einmal pro Monat fährst - du brauchst eine Versicherung. Es gibt keine Ausnahmen für gelegentliche Nutzer.
Kann ich meinen E-Scooter mit meiner Haftpflichtversicherung für mein Fahrrad versichern?
Ja, das ist möglich - aber nur bei einigen Anbietern. Einige Versicherer wie AXA oder Deutscher Ring erlauben es, E-Scooter in bestehende Fahrradversicherungen einzubinden. Du musst den Anbieter explizit fragen. Nicht alle tun das. Wenn du das nicht tust, hast du keine Deckung.
Was passiert, wenn ich meinen E-Scooter stehlen und dann wiederfinde?
Wenn du eine Vollkaskoversicherung hast, wird der Roller erstattet - vorausgesetzt, du hast ihn ordnungsgemäß abgeschlossen (z. B. mit einem Schloss). Wenn du nur die Haftpflicht hast, bekommst du keinen Ersatz. Der Roller gehört dir - und du trägst das Risiko. Deshalb ist eine Vollkasko sinnvoll, wenn dein Roller mehr als 500 Euro wert ist.
Darf ich meinen E-Scooter auf dem Bürgersteig fahren?
Nein. E-Scooter dürfen nur auf Radwegen, Fahrradstraßen oder Straßen mit Tempo-30-Zone fahren. Bürgersteige sind für Fußgänger. Wer hier fährt, riskiert ein Bußgeld von 15 Euro. Wenn jemand verletzt wird, haftest du voll. Die Polizei kontrolliert das streng - besonders in Fußgängerzonen.
Kann ich den E-Scooter auch ohne Versicherung kaufen?
Ja, du kannst ihn kaufen - aber du darfst ihn nicht fahren, bis du ihn versichert hast. Der Verkäufer muss dir sagen, dass du versichern musst. Einige Online-Händler verkaufen Roller ohne Kennzeichen - das ist legal, solange du selbst die Versicherung abschließt. Aber fahre niemals ohne Versicherung. Es ist illegal und gefährlich.