Wie hoch sind die Unterhaltskosten für einen Elektroroller in Deutschland?

Wie hoch sind die Unterhaltskosten für einen Elektroroller in Deutschland?

Ein Elektroroller klingt wie die perfekte Lösung für den Alltag: günstig, umweltfreundlich, schnell durch den Stadtverkehr. Aber wie viel kostet er wirklich - nicht nur beim Kauf, sondern jeden Monat? Viele denken, ein Elektroroller sei nur teuer, wenn man ihn erst kauft. Die Wahrheit ist: Die laufenden Kosten können dich überraschen - oder dir einiges ersparen. Hier zeige ich dir, was du wirklich ausgeben musst, wenn du einen Elektroroller in Deutschland fährst.

Stromkosten: Weniger als ein Kaffee pro Tag

Der größte Vorteil eines Elektrorollers liegt in den Stromkosten. Ein typischer Elektroroller mit einer Batteriekapazität von 1,5 kWh verbraucht bei einer vollen Ladung etwa 1,5 kWh Strom. In Deutschland kostet ein Kilowattstunde im Haushalt im Durchschnitt 0,35 Euro - inklusive Netzentgelte und Umsatzsteuer. Das bedeutet: Eine volle Ladung kostet rund 0,53 Euro.

Wie oft musst du laden? Die meisten Elektroroller haben eine Reichweite von 50 bis 80 Kilometern. Wenn du täglich 20 Kilometer fährst - etwa Hin- und Rückweg zur Arbeit - brauchst du etwa alle drei Tage eine volle Ladung. Das macht im Monat etwa 10 Ladungen. Also: 10 × 0,53 Euro = 5,30 Euro pro Monat. Vergleich: Ein Benziner mit 2 Liter Verbrauch auf 100 km und 1,80 Euro pro Liter kostet für dieselbe Strecke fast 60 Euro im Monat. Der Elektroroller spart dir also mehr als 50 Euro pro Monat, nur bei den Treibstoffkosten.

Versicherung: Pflicht, aber nicht teuer

Ein Elektroroller ist ein Kraftfahrzeug. Deshalb brauchst du eine Haftpflichtversicherung - und das ist Pflicht. Die Kosten dafür hängen von deinem Alter, deinem Wohnort und dem Modell ab. Für einen 18-Jährigen mit einem 45 km/h-Roller (L1e-B-Klasse) zahlt man im Durchschnitt 80 bis 120 Euro pro Jahr. Wer älter als 25 ist und in einer Stadt wie Leipzig wohnt, kommt oft auf 60 bis 80 Euro im Jahr. Das sind nur 5 bis 7 Euro pro Monat.

Einige Versicherer bieten auch eine Teilkasko an - für etwa 30 bis 50 Euro extra pro Jahr. Das lohnt sich nur, wenn du ein teures Modell hast (über 2.000 Euro) oder in einer Stadt mit hoher Diebstahlrate wohnst. In Leipzig ist die Diebstahlrate bei E-Rollern niedrig, aber nicht null. Wenn du den Roller in einer Wohnung mit Garage abstellst, reicht die Haftpflicht meist aus.

Wartung und Reparaturen: Weniger als ein Auto, aber nicht kostenlos

Ein Elektroroller hat viel weniger bewegliche Teile als ein Benziner. Kein Ölwechsel, keine Zündkerzen, keine Kupplung. Das spart Geld. Aber es gibt trotzdem Wartungspunkte.

  • Bremsen: Bremsbeläge und Bremsflüssigkeit sollten alle 12.000 bis 15.000 Kilometer kontrolliert werden. Ein Bremsen-Check kostet 30 bis 60 Euro.
  • Reifen: Die Reifen halten etwa 4.000 bis 6.000 Kilometer. Ein neues Reifenpaar kostet 60 bis 120 Euro - je nach Marke. Das macht im Jahr etwa 20 bis 40 Euro, wenn du 10.000 Kilometer fährst.
  • Batterie: Die Batterie ist das teuerste Teil. Sie hält in der Regel 500 bis 800 Ladezyklen. Bei einer Reichweite von 60 km pro Ladung sind das 30.000 bis 48.000 Kilometer Lebensdauer. Das entspricht etwa 5 bis 8 Jahren bei normaler Nutzung. Wenn sie nach 5 Jahren nachlässt, kostet ein Ersatz 300 bis 700 Euro. Aber: Die meisten Hersteller geben 2 bis 3 Jahre Garantie auf die Batterie. Du zahlst also meistens nichts, wenn sie vorher ausfällt.
  • Andere Teile: Kettenspannung, Licht, Schrauben - das prüft du selbst oder bei der jährlichen Hauptuntersuchung. Die HU (Hauptuntersuchung) ist alle zwei Jahre Pflicht und kostet etwa 40 Euro.

Insgesamt rechnest du mit 100 bis 200 Euro pro Jahr Wartungskosten - je nach Fahrleistung und Modell. Ein Benziner kostet dafür mindestens 500 Euro im Jahr.

Monatliche Kosten eines Elektrorollers als farbige Symbole in einem Kreisdiagramm.

Steuer: Keine Kfz-Steuer - das ist der große Vorteil

Ab 2026 gilt in Deutschland: Elektromobile mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h (L1e-B) sind von der Kfz-Steuer befreit. Das gilt auch für alle älteren Modelle, die bereits zugelassen sind. Du zahlst also keine jährliche Kfz-Steuer - im Gegensatz zu einem Moped mit Verbrennungsmotor, das 15 bis 30 Euro pro Jahr kostet. Das ist ein jährlicher Gewinn von 15 bis 30 Euro, der sich über Jahre summiert.

Zusätzliche Kosten: Helm, Schutzkleidung, Ladestation

Ein Helm ist Pflicht - und er sollte gut sitzen. Ein zertifizierter Helm kostet zwischen 80 und 200 Euro. Du solltest ihn alle 5 Jahre ersetzen, selbst wenn er nicht beschädigt ist. Das macht 16 bis 40 Euro pro Jahr.

Wenn du im Winter fährst, lohnt sich wasserfeste Kleidung. Eine einfache Regenjacke und Handschuhe kosten 50 bis 100 Euro. Das ist ein einmaliger Aufwand. Einige fahren mit einer Ladestation zu Hause - aber das ist nicht nötig. Du kannst den Roller einfach an einer normalen Steckdose laden. Eine spezielle Wallbox kostet 300 bis 600 Euro - aber nur wenn du mehrere Roller hast oder schneller laden willst. Für Einzelnutzer ist das überflüssig.

Monatliche Gesamtkosten: Was du wirklich ausgibst

Jetzt rechnen wir alles zusammen - für einen durchschnittlichen Nutzer in Leipzig, der 10.000 Kilometer pro Jahr fährt:

  • Strom: 5,30 Euro
  • Versicherung: 6,50 Euro
  • Wartung: 15 Euro
  • Helm (amortisiert): 25 Euro
  • Kfz-Steuer: 0 Euro
  • Reifen (amortisiert): 30 Euro

Gesamt: 81,80 Euro pro Monat

Das ist weniger als die Hälfte der Kosten eines Mopeds mit Verbrennungsmotor - und nur ein Bruchteil eines Autos. Wenn du einen günstigen Roller für 1.500 Euro kaufst, hast du die Anschaffungskosten in 18 Monaten durch die Einsparungen bei Benzin, Steuer und Wartung wieder reingeholt.

Ein Fahrer auf einem Elektroroller fährt bei Schnee und Dämmerung einen Radweg entlang.

Was du vermeiden solltest

Einige Leute kaufen billige Roller von unbekannten Anbietern - oft aus China - für unter 800 Euro. Die sind oft nicht TÜV-geprüft, haben schlechte Batterien und keine Garantie. Wenn die Batterie nach einem Jahr kaputt ist, kostet der Ersatz mehr als der Roller selbst. Ein guter Roller kostet mindestens 1.200 Euro. Marken wie Xiaomi, Dualtron, E-Twow oder Vmoto haben eine bessere Qualität und Kundenservice in Deutschland.

Vermeide auch die falsche Annahme, dass du keinen Helm brauchst, weil du nur kurz fährst. 70 Prozent aller Unfälle mit E-Rollern passieren bei Geschwindigkeiten unter 25 km/h - oft durch Ablenkung oder schlechte Straßenverhältnisse. Ein Helm rettet Leben.

Was du noch wissen solltest

Elektroroller dürfen nicht auf dem Gehweg fahren - nur auf Radwegen oder Straßen mit Tempo 30. In Leipzig gibt es viele Radwege, die gut ausgebaut sind. Achte auf die Verkehrszeichen. Wenn du auf der Straße fährst, musst du dich wie ein Auto verhalten: Kein Linksabbiegen ohne Blinker, kein Überholen auf der rechten Seite.

Und: Du brauchst keinen Führerschein, wenn du 16 oder älter bist - aber du musst eine Prüfbescheinigung haben. Die bekommst du bei einer Fahrschule für 80 bis 120 Euro. Sie ist gültig für alle Elektroroller bis 45 km/h. Du musst sie nicht erneuern.

Kann ich einen Elektroroller mit der Bahn mitnehmen?

Ja, aber nur in bestimmten Zügen und zu bestimmten Zeiten. In S-Bahnen und Regionalzügen in Sachsen darfst du E-Roller mitnehmen, wenn sie gefaltet sind und du sie als Gepäck betrachtest. Die meisten Bahnen erlauben nur ein Fahrrad pro Fahrgast - und E-Roller gelten als Fahrrad. Du zahlt keine extra Gebühr, aber du musst außerhalb der Stoßzeiten fahren. In ICE-Zügen ist das meist nicht erlaubt.

Wie lange hält eine Batterie wirklich?

Die meisten Batterien halten 500 bis 800 vollständige Ladezyklen. Wenn du täglich 40 km fährst, sind das etwa 30.000 bis 48.000 Kilometer Lebensdauer. Das entspricht 5 bis 8 Jahren. Die Kapazität nimmt langsam ab - nach 3 Jahren hast du meist noch 80 % der ursprünglichen Reichweite. Die Hersteller geben meist 2 bis 3 Jahre Garantie - also bist du in dieser Zeit abgesichert.

Ist ein Elektroroller im Winter sicher?

Ja - aber mit Vorsicht. Die Reichweite sinkt bei Kälte um 20 bis 30 Prozent. Die Bremsen werden weniger effektiv, besonders bei Eis. Du solltest breitere Reifen mit Profil verwenden und die Geschwindigkeit reduzieren. Viele Roller haben jetzt ABS und Regenmodus - das macht den Winter sicherer. Ein Helm und wärmende Kleidung sind Pflicht. In Leipzig fahren viele im Winter - aber nur die Vorsichtigen bleiben unverletzt.

Was passiert, wenn der Roller gestohlen wird?

Ohne Versicherung bist du auf eigenen Kosten. Diebstahl ist selten, aber passiert - besonders in Großstädten. Einige Roller haben GPS-Tracker - das hilft, wenn du diebstahlsichere Modelle kaufst. Diebstahlversicherung ist nicht Pflicht, aber sinnvoll, wenn dein Roller über 1.500 Euro kostet. Die Versicherung zahlt meist den Neuwert, wenn du den Kaufnachweis hast und den Roller mit einem guten Schloss gesichert hast.

Darf ich meinen Elektroroller auf dem Balkon laden?

Ja - aber mit Vorsicht. Lade niemals in der Nähe von brennbaren Materialien. Nutze nur Original-Ladegeräte. Einige Mieterverträge verbieten das Laden auf dem Balkon - prüfe deinen Vertrag. In Leipzig gibt es keine gesetzliche Regelung, aber die Feuerwehr empfiehlt, den Roller nicht in geschlossenen Räumen zu laden. Ein offener Balkon mit guter Belüftung ist in Ordnung.

Was kommt als Nächstes?

Wenn du dich für einen Elektroroller entscheidest, solltest du ihn nicht nur als Fortbewegungsmittel sehen - sondern als Teil eines smarteren Lebensstils. Du sparst Geld, Zeit und Nerven. Und du tust etwas für die Luft in der Stadt. In Leipzig ist die Luftqualität seit 2020 besser geworden - und E-Roller tragen dazu bei. Die Kosten sind niedrig, die Vorteile hoch. Du musst nur wissen, worauf du achten musst - und dann fährst du einfach los.