Wie nennt man einen E-Roller mit Sitz? Alle Namen und Typen erklärt

Wie nennt man einen E-Roller mit Sitz? Alle Namen und Typen erklärt

Wenn du in Deutschland nach einem Elektroroller mit Sitz suchst, stolperst du schnell über Begriffe wie Sitzroller, E-Scooter mit Sitz oder sogar Moped. Aber was ist eigentlich der korrekte Name? Und warum gibt es so viele Bezeichnungen? Die Antwort ist einfacher, als du denkst - und sie hat viel mit Gesetzen, Design und Nutzererfahrung zu tun.

Was ist ein E-Roller mit Sitz?

Ein E-Roller mit Sitz ist kein gewöhnlicher Stand-Scooter, den du mit einem Bein abstoßen musst. Stattdessen hat er eine Sitzbank, einen Lenker, eine Motorantriebseinheit und meistens auch eine Bremse, ein Licht und einen Blinker. Du sitzt drauf, drehst das Gasgriff und fährst los - wie ein kleines Motorrad, aber ohne Kupplung und Gangschaltung. Viele Menschen nutzen ihn, weil er bequemer ist als ein Stehroller, besonders bei längeren Strecken oder wenn du Rückenprobleme hast.

In Deutschland ist dieser Typ Fahrzeug nicht einfach ein „Scooter mit Sitz“. Er fällt unter bestimmte rechtliche Klassen, und das bestimmt, wie er offiziell genannt wird.

Die drei offiziellen Namen in Deutschland

Je nach Leistung und Bauart wird ein E-Roller mit Sitz in drei Kategorien eingeteilt. Jede hat ihren eigenen Namen und eigene Regeln.

  • Einspuriges Kleinkraftrad (L1e-A): Das ist der klassische Sitzroller. Er hat eine maximale Leistung von 1.000 Watt, eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h und darf nur von Personen ab 15 Jahren gefahren werden. Du brauchst keine Fahrerlaubnis, aber du musst eine Versicherungsplakette haben. Die meisten Modelle von Segway, Xiaomi oder Inokim mit Sitz fallen hierunter.
  • Kleinkraftrad (L1e-B): Dieser Typ ist stärker - bis zu 4.000 Watt Leistung und bis zu 45 km/h schnell. Er wird oft als E-Moped bezeichnet. Hier brauchst du eine Mofa-Prüfbescheinigung (ab 15 Jahren) oder eine Fahrerlaubnis der Klasse AM. Du musst einen Helm tragen, und das Fahrzeug muss eine Zulassung haben. Modelle wie der Dualtron Thunder mit Sitz oder der E-Twow Booster V2 gehören dazu.
  • Leichtkraftrad (L3e): Wenn du einen E-Roller mit Sitz hast, der schneller als 45 km/h geht oder mehr als 4.000 Watt hat, dann ist er ein Leichtkraftrad. Das ist fast ein Motorrad. Du brauchst die Fahrerlaubnis Klasse A1 oder höher, eine Zulassung, Versicherung, Kennzeichen und einen Helm. Solche Modelle sind selten im Privatgebrauch, meistens kommerziell oder als Ersatz für Motorräder.

Die meisten Privatpersonen kaufen entweder einen L1e-A-Sitzroller (für den Stadtverkehr) oder einen L1e-B-E-Moped (für längere Strecken). Der Begriff „E-Roller mit Sitz“ ist im Alltag üblich - aber rechtlich gesehen ist er nie der offizielle Name.

Warum heißt es nicht einfach „Elektro-Moped“?

Du hast vielleicht schon gesehen, dass Hersteller wie E-Twow oder Inokim ihre Modelle als „E-Scooter mit Sitz“ vermarkten. Das liegt an Marketing und rechtlicher Grauzone. Der Begriff „Moped“ ist in Deutschland rechtlich eng definiert: Ein echtes Moped hat einen Verbrennungsmotor, ein Getriebe und eine Kupplung. Ein Elektrofahrzeug mit Sitz hat das nicht - also ist es technisch kein Moped.

Dennoch: Im Alltag sagt jeder „E-Moped“, wenn er einen schnellen Sitzroller meint. Die Behörden akzeptieren das auch - solange das Fahrzeug den Vorschriften entspricht. Die offizielle Bezeichnung ist also nicht immer die, die du im Laden hörst.

Was ist ein Sitzroller?

Sitzroller ist der geläufigste deutsche Begriff für einen Elektroroller mit Sitz, der maximal 20 km/h schnell ist und keine Fahrerlaubnis erfordert. Er ist ideal für Kurzstrecken: zur Arbeit, zum Supermarkt, zum Bahnhof. Viele Modelle wie der Segway Ninebot Max oder der Inokim OXO haben eine klappbare Sitzbank, sodass du ihn auch als Stehroller nutzen kannst - ideal für Leute, die flexibel sein wollen.

Ein Sitzroller wiegt meistens zwischen 25 und 35 kg. Die Akkureichweite liegt bei 30 bis 50 km. Die meisten haben eine 48-Volt-Batterie und einen Motor von 500 bis 1.000 Watt. Du findest sie in spezialisierten E-Mobilitäts-Shops, auf Plattformen wie Amazon.de oder bei Herstellern wie E-Twow oder Dualtron.

Zwei E-Roller mit Sitz im Vergleich: L1e-A (20 km/h) und L1e-B (45 km/h) mit technischen Kennzeichen und rechtlichen Unterschieden.

E-Moped vs. Sitzroller: Was ist der Unterschied?

Vergleich: Sitzroller (L1e-A) vs. E-Moped (L1e-B)
Merkmale Sitzroller (L1e-A) E-Moped (L1e-B)
Maximale Leistung 1.000 Watt 4.000 Watt
Maximale Geschwindigkeit 20 km/h 45 km/h
Fahrerlaubnis nötig? Nein Mofa-Prüfbescheinigung (ab 15) oder AM
Helmpflicht Nein Ja
Zulassung nötig? Nein Ja (mit Kennzeichen)
Versicherung Ja (Versicherungsplakette) Ja (versicherter Kennzeichen)
Typische Modelle Segway Ninebot Max, Inokim OXO E-Twow Booster V2, Dualtron Thunder Sitz

Wenn du nur in der Stadt unterwegs bist und keine Fahrerlaubnis hast, ist ein Sitzroller die einfachste Wahl. Willst du schneller fahren, längere Strecken zurücklegen oder auf dem Land unterwegs sein? Dann brauchst du ein E-Moped - und musst dich auf die zusätzlichen Regeln einstellen.

Wo kann man einen E-Roller mit Sitz kaufen?

In Leipzig, Berlin oder München findest du viele Läden, die sich auf E-Mobilität spezialisiert haben. Aber du musst nicht unbedingt vor Ort kaufen. Viele seriöse Anbieter wie E-Twow, Segway, Inokim oder ElectricScooterShop.de versenden deutschlandweit. Achte darauf, dass das Fahrzeug die EU-Norm EN 17128 erfüllt - das ist die gesetzliche Voraussetzung für den Verkauf in Deutschland.

Vermeide Billigmodelle von unbekannten Anbietern auf Amazon oder AliExpress. Die haben oft keine Zulassung, keine Garantie und keine Sicherheitszertifikate. Einige Modelle, die als „Sitzroller“ vermarktet werden, sind gar nicht für den Straßenverkehr zugelassen - und du riskierst eine Geldstrafe, wenn du sie auf der Straße fährst.

Ein guter Anbieter zeigt dir klar: Welche Klasse hat das Fahrzeug? Hat es eine Zulassungsbescheinigung? Gibt es eine Versicherungsplakette? Und: Ist der Akku austauschbar? Das sind die drei wichtigsten Fragen, die du stellen solltest.

Was ist mit E-Rollern mit Sitz für Kinder?

Es gibt auch kleinere Modelle für Jugendliche ab 12 Jahren. Die sind meistens unter 1.000 Watt, haben eine Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h und werden oft als „Kinder-E-Scooter mit Sitz“ verkauft. Sie fallen nicht unter die offiziellen Klassen und dürfen nur auf Gehwegen oder Radwegen gefahren werden - nie auf Straßen. Viele Eltern kaufen sie als Übergangslösung, bevor das Kind älter wird und ein echtes E-Moped braucht.

Was ist ein E-Scooter mit Sitz?

E-Scooter mit Sitz ist ein umgangssprachlicher Begriff, der oft für alle Elektroroller mit Sitz verwendet wird - egal ob L1e-A oder L1e-B. Er ist kein rechtlicher Begriff, aber in Werbung, Foren und Online-Shops fast überall zu finden. Wenn du online suchst, gib einfach „E-Scooter mit Sitz“ ein - du findest fast alle Modelle. Der Begriff ist einfach praktisch.

Wenn du dich für ein Modell entscheidest, lies immer die technischen Daten. Nicht alles, was „mit Sitz“ heißt, ist auch legal. Einige Hersteller verkaufen Fahrzeuge mit 800 Watt Leistung, die aber auf 30 km/h beschleunigen - das ist illegal. Der Verkäufer muss dir die Zulassung zeigen können.

Verbraucher vor einer Wand von E-Rollern mit Sitz, die mit unterschiedlichen Bezeichnungen beschriftet sind, während rechtliche Klassen als Transparenzüberlagerung sichtbar sind.

Warum ist die Benennung so verwirrend?

Weil die Gesetze in Deutschland nicht mit der Technik Schritt halten. Vor zehn Jahren gab es kaum E-Roller mit Sitz. Jetzt gibt es Hunderte Modelle - und die Behörden haben noch nicht alle Namen standardisiert. Hersteller nutzen das aus: Sie nennen ihr Produkt so, wie es am meisten verkauft. Der Kunde sagt „E-Moped“, der Hersteller sagt „Sitzroller“, die Polizei sagt „L1e-B“ - und alle meinen dasselbe.

Die Lösung? Ignoriere die Marketing-Begriffe. Schau dir die technischen Daten an: Leistung, Geschwindigkeit, Zulassung. Dann weißt du, was du wirklich kaufst.

Was ist der beste E-Roller mit Sitz für Anfänger?

Wenn du neu bist, fange mit einem Sitzroller (L1e-A) an. Er ist günstig, leicht, braucht keine Fahrerlaubnis und ist ideal, um dich an das Fahren mit Elektrofahrzeugen zu gewöhnen. Ein Modell wie der Segway Ninebot Max ist robust, hat eine gute Reichweite und lässt sich leicht transportieren. Du kannst ihn im Treppenhaus laden, in den Lift nehmen und sogar in den Supermarkt mitnehmen.

Wenn du nach einem Jahr merkst, dass du mehr brauchst - etwa eine höhere Geschwindigkeit oder längere Strecken - kannst du immer noch auf ein E-Moped upgraden. Viele Nutzer machen genau das.

Was ist mit E-Rollern mit Sitz und Kindersitz?

Es gibt Modelle, die einen zusätzlichen Sitz für ein Kind haben - meistens für Kinder bis 8 Jahre. Diese Fahrzeuge sind in Deutschland nicht erlaubt. Sie fallen unter die Kategorie „Mehrspuriges Fahrzeug“ und brauchen eine Zulassung als Kleinkraftrad mit Beiwagen - was praktisch unmöglich ist. Solche Modelle findest du in den USA oder China - aber nicht in Deutschland. Wer sie trotzdem fährt, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 75 Euro und die Abschaffung des Fahrzeugs.

Frequently Asked Questions

Wie nennt man einen E-Roller mit Sitz offiziell?

Offiziell wird er je nach Leistung als Einspuriges Kleinkraftrad (L1e-A) oder Kleinkraftrad (L1e-B) bezeichnet. Der Begriff „Sitzroller“ ist der gebräuchlichste Umgangssprachname, „E-Moped“ ist ein informeller Begriff, der rechtlich nicht korrekt ist.

Darf ich einen E-Roller mit Sitz auf dem Radweg fahren?

Ja - aber nur, wenn er die Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 km/h (L1e-A) nicht überschreitet. Modelle mit 45 km/h (L1e-B) dürfen nur auf Straßen fahren, nicht auf Radwegen. Achte immer auf die Verkehrszeichen: „E-Scooter erlaubt“ bedeutet, dass auch Sitzroller erlaubt sind.

Brauche ich eine Versicherung für einen Sitzroller?

Ja - aber nicht wie beim Auto. Du brauchst nur eine Versicherungsplakette, die du am Fahrzeug anbringst. Diese kostet etwa 30-50 Euro pro Jahr und wird von spezialisierten Versicherern wie Allianz oder AXA angeboten. Ohne Plakette darfst du nicht auf die Straße.

Kann ich einen E-Roller mit Sitz in den Bus nehmen?

Das hängt vom Busunternehmen ab. Viele städtische Verkehrsbetriebe erlauben E-Roller mit Sitz, wenn sie zusammengeklappt werden und unter 20 kg wiegen. Der Segway Ninebot Max passt in die meisten Fahrradhalter. Frag vorher beim Verkehrsbetrieb nach - es gibt keine einheitliche Regel.

Welche Modelle sind in Deutschland am beliebtesten?

Für Sitzroller (L1e-A): Segway Ninebot Max, Inokim OXO, Dualtron Mini Sitz. Für E-Mopeds (L1e-B): E-Twow Booster V2, Dualtron Thunder Sitz, Apollo City. Diese Modelle haben hohe Bewertungen, Zulassung und gute Kundenservice-Unterstützung in Deutschland.