Wenn du einen 49-ccm-Roller fährst - egal ob mit Verbrenner oder Elektromotor - musst du ihn versichern. Das ist nicht optional. Und es ist oft teurer, als man denkt. Viele denken, ein kleiner Roller ist günstig in der Anschaffung und auch in der Versicherung. Doch die Realität sieht anders aus. Die Versicherung für einen 49-ccm-Roller kann zwischen 50 und 200 Euro pro Jahr liegen. Und das hängt nicht nur vom Motor ab, sondern von dir, deinem Wohnort und deiner Fahrergeschichte.
Warum ist die Versicherung für 49-ccm-Roller so unterschiedlich?
Die Versicherung für einen 49-ccm-Roller ist eine Haftpflichtversicherung. Das ist das Mindeste, was du brauchst. Aber die Kosten variieren stark. Ein 18-Jähriger in Berlin zahlt oft doppelt so viel wie ein 35-Jähriger in einem kleinen Dorf in Thüringen. Warum? Weil Versicherungen nach Risiko rechnen. Jüngere Fahrer haben statistisch gesehen mehr Unfälle. Und in Großstädten gibt es mehr Verkehr, mehr Parkplatzprobleme, mehr Diebstähle.
Die Versicherer schauen auch, ob du schon mal einen Unfall hattest, ob du einen Führerschein hast - und ob du den Roller nur zum Einkaufen oder jeden Tag zur Arbeit fährst. Wer 10.000 Kilometer im Jahr fährt, zahlt mehr als jemand, der nur 2.000 Kilometer macht. Die Versicherung weiß das, weil du das angibst. Und sie nutzt es, um dich einzuschätzen.
Was genau ist im Grundschutz enthalten?
Die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung deckt nur Schäden an anderen Personen oder deren Eigentum ab. Das bedeutet: Wenn du gegen ein Auto fährst, zahlt die Versicherung den Schaden am anderen Fahrzeug. Wenn du einen Fußgänger anfährst, übernimmt sie die medizinischen Kosten. Aber: Wenn du selbst den Roller beschädigst - oder er gestohlen wird - bekommst du kein Geld. Nichts. Null.
Deshalb lohnt sich oft eine Teilkasko. Die kostet extra, aber sie deckt Diebstahl, Feuer, Sturm oder Hagel. Ein 49-ccm-Roller ist oft nicht teuer, aber wenn er weg ist, willst du ihn ersetzen. Und das kostet 1.500 bis 2.500 Euro - je nach Modell. Eine Teilkasko kostet meist zwischen 30 und 80 Euro im Jahr. Für viele ist das ein guter Deal.
Wie viel zahlt man wirklich? Ein paar konkrete Beispiele
Im Jahr 2025 hat die ADAC Versicherung eine Studie zu 49-ccm-Rollern veröffentlicht. Hier sind die durchschnittlichen Preise, basierend auf echten Angeboten:
- 18-Jähriger, Leipzig, keine Vorversicherung: 185 Euro/Jahr
- 25-Jähriger, Dresden, schon 3 Jahre ohne Unfall: 95 Euro/Jahr
- 32-Jähriger, München, mit Teilkasko: 140 Euro/Jahr
- 45-Jähriger, ländliches Sachsen, nur Haftpflicht: 65 Euro/Jahr
- Elektroroller 50 km/h, 20-Jähriger, Berlin: 200 Euro/Jahr
Beachte: Elektroroller zahlen oft mehr als Benzinroller. Warum? Weil sie teurer sind, schneller beschleunigen und häufiger in Städten genutzt werden - also höheres Diebstahlrisiko. Auch wenn sie leiser sind, werden sie von Versicherern als riskanter eingestuft.
Wie kannst du Geld sparen?
Du musst nicht den ersten Anbieter nehmen, der dir begegnet. Vergleichen lohnt sich. Und es gibt klare Strategien, um die Kosten zu senken.
- Kein Führerschein? Dann warte. Wer den Führerschein der Klasse B (Auto) hat, darf auch 49-ccm-Roller fahren - und zahlt oft 40 % weniger. Der Versicherer sieht dich als erfahrener Fahrer.
- Verzichte auf unnötige Extras. Eine Vollkasko für einen 1.500-Euro-Roller ist meist sinnlos. Die Prämie kann 200 Euro pro Jahr betragen - mehr als der Roller wert ist.
- Wähle einen niedrigeren Versicherungsschutz. Einige Anbieter bieten eine Haftpflicht mit niedrigerer Deckungssumme an. Das ist legal, aber nur für Fahrer mit sehr geringem Risiko sinnvoll. Meist reicht die Standarddeckung von 10 Millionen Euro.
- Wähle einen Ort mit niedrigerem Risiko. Wenn du in einer Kleinstadt wohnst, kannst du oft günstiger versichert werden. Manche Versicherer geben dir sogar einen Rabatt, wenn du den Roller nicht in der Stadt, sondern auf dem Land abstellst.
- Warte bis du 25 bist. Das ist der entscheidende Alterssprung. Ab 25 sinken die Prämien oft um 30 bis 50 %. Es ist hart, aber wahr: Alter = Sicherheit = günstigere Versicherung.
Was passiert, wenn du nicht versichert fährst?
Du kannst nicht einfach losfahren und hoffen, dass niemand was merkt. Die Polizei kontrolliert regelmäßig. Und wenn du ohne Versicherung erwischt wirst, passiert Folgendes:
- Erstes Mal: Bußgeld von 120 Euro und ein Punkt in Flensburg
- Zweites Mal: Bußgeld von bis zu 200 Euro, zweiter Punkt, und dein Roller wird eingezogen
- Drittes Mal: Strafanzeige, möglicherweise sogar Geldstrafe oder Haft
Dazu kommt: Wenn du einen Unfall verursachst, ohne versichert zu sein, musst du alles selbst bezahlen - selbst wenn du nur 500 Euro Schaden verursachst. Und das kann dich finanziell ruinieren. Kein Versicherer zahlt dir dann etwas. Du bist allein.
Welche Versicherer sind empfehlenswert?
Es gibt keine einzige beste Versicherung. Aber einige Anbieter sind besonders fair für junge Fahrer oder Elektroroller-Besitzer:
- Allianz: Gute Tarife für Fahrer mit Auto-Führerschein, klare Online-Berechnung
- DKV: Spezialist für Kleinkrafträder, oft günstig für Elektroroller
- Deutsche Versicherung: Gute Konditionen für ältere Fahrer und ländliche Regionen
- Direct Line: Schnelle Online-Versicherung, aber nur für erfahrene Fahrer
- Deutscher Ring: Günstige Tarife, aber nur über Vermittler
Teste immer mindestens drei Anbieter. Nutze Vergleichsportale wie Check24, Verivox oder Vergleich.de. Gib dort deine genauen Daten ein: Alter, Wohnort, Modell, jährliche Fahrleistung. Und wähle nicht den billigsten Tarif - sondern den, der am besten zu dir passt.
Was ist mit Elektrorollern? Sind sie anders versichert?
Nein. Elektroroller mit 49-ccm-Äquivalent (also bis 45 km/h) werden genauso behandelt wie Benzinroller. Sie fallen unter die gleiche Kategorie: Kleinkraftrad. Die Versicherung zählt nicht, ob du Strom oder Benzin hast. Sie zählt die Leistung, das Gewicht und die Höchstgeschwindigkeit.
Aber: Elektroroller sind oft teurer im Kauf. Und das macht sie attraktiver für Diebe. Deshalb sind die Prämien manchmal höher - nicht wegen des Motors, sondern wegen des Wertes. Ein Xiaomi M365 Pro kostet 800 Euro. Ein klassischer Honda Ruckus 1.200 Euro. Die Versicherung rechnet mit dem Marktwert. Und bei Elektrorollern ist der Wert oft höher.
Ein Tipp: Wenn du einen Elektroroller kaufst, schau nach, ob er eine Sicherheits-App hat. Viele haben GPS-Tracking. Und das senkt die Versicherungsprämie. Einige Anbieter geben bis zu 15 % Rabatt, wenn du nachweist, dass dein Roller ortbar ist.
Was passiert, wenn du den Roller verkaufst?
Du musst die Versicherung nicht kündigen, wenn du den Roller verkaufst - aber du musst sie ummelden. Die Versicherung bleibt auf deinen Namen. Wenn du einen neuen Roller kaufst, kannst du oft die bestehende Versicherung übertragen. Frag bei deinem Anbieter nach. Manche geben dir sogar einen Teil der Prämie zurück, wenn du den Roller abmeldest.
Und wenn du den Roller nicht mehr brauchst? Melde ihn ab. Dann zahlt du keine Versicherung mehr. Die Abmeldung ist einfach: Gehe zur Zulassungsstelle oder mach es online über das Portal der Kfz-Zulassungsbehörde. Gib den Versicherungsnachweis ab. Und schon ist es erledigt.
Frequently Asked Questions
Kann ich meinen 49-ccm-Roller ohne Versicherung fahren, wenn ich nur kurz was holen will?
Nein. Das ist illegal - egal wie kurz die Fahrt ist. Die Versicherung muss vor der ersten Fahrt aktiviert sein. Selbst wenn du nur 50 Meter fährst, um den Briefkasten zu erreichen, brauchst du eine gültige Versicherung. Die Polizei kontrolliert nicht, wie weit du fährst - sie prüft nur, ob du versichert bist.
Brauche ich eine Versicherung, wenn der Roller nur im Hof steht?
Ja. Selbst wenn der Roller nie auf der Straße fährt, muss er versichert sein, wenn er zugelassen ist. Du kannst ihn nur abmelden, wenn du ihn nicht mehr nutzen willst. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn du den Roller komplett abmeldest - dann entfällt auch die Versicherungspflicht.
Ist die Versicherung für Elektroroller teurer als für Benzinroller?
Nicht grundsätzlich. Aber Elektroroller sind oft teurer im Kauf, haben eine höhere Diebstahlrate und werden häufiger in Städten genutzt. Das führt dazu, dass die Prämien oft höher sind. Der Motor selbst spielt keine Rolle - nur der Wert, die Nutzung und der Wohnort.
Kann ich die Versicherung monatlich zahlen?
Ja, fast alle Anbieter bieten Monatsraten an. Aber du zahlst dann oft 5 bis 10 % mehr als bei jährlicher Zahlung. Wenn du das Geld hast, zahle lieber einmal im Jahr - das spart Geld.
Was passiert, wenn ich den Roller ohne Versicherung fahre und einen Unfall verursache?
Du bist voll verantwortlich. Du zahlst alle Schäden selbst - an Autos, Personen, Sachen. Und du bekommst keinen Schutz von der Versicherung. Das kann dich tausende Euro kosten. Hinzu kommt: Die Polizei meldet dich an die Versicherungsaufsicht, und du bekommst einen Strafbefehl. Es ist kein kleiner Fehler - es ist eine schwere Rechtsverletzung.
Rosemarie Felix
Januar 30, 2026 AT 02:32Boah, 200 Euro für nen Elektroroller? Da kauf ich mir lieber nen gebrauchten VW Käfer und fahr damit zum Bäcker.
Markus Steinsland
Januar 30, 2026 AT 03:48Das ist klassische Risikodifferenzierung, kein Diskriminierung. Jüngere Fahrer haben eine höhere Unfallwahrscheinlichkeit, das ist statistisch abgesichert. Wer das nicht akzeptiert, sollte lieber kein Kraftrad fahren. Die Versicherung ist kein Sozialprogramm.
Lea Harvey
Januar 31, 2026 AT 03:04Warum zahlen die in Bayern immer weniger als in Berlin? Weil die Berliner nur rumkurven und nicht arbeiten. Das ist kein Zufall das ist Kultur. Wer in der Stadt wohnt, zahlt mehr - und das ist fair. Wer nicht will, zieht ins Land.