Wo darf ich mit einem Elektroroller mit 45 km/h fahren? - Alle Regeln für Deutschland 2026

Wo darf ich mit einem Elektroroller mit 45 km/h fahren? - Alle Regeln für Deutschland 2026

Wenn du einen Elektroroller mit 45 km/h fährst, dann bist du nicht mehr auf dem gleichen Level wie jemand mit einem normalen E-Scooter. Du bist jetzt in einer anderen Welt - und die hat klare Regeln. Viele denken, dass ein schnellerer Roller einfach mehr Freiheit bedeutet. Tatsächlich ist es genau umgekehrt: Je schneller, desto strenger die Gesetze. Und wer das nicht weiß, riskiert nicht nur Geld, sondern auch seine Fahrerlaubnis.

Was ist ein Elektroroller mit 45 km/h eigentlich?

Ein Elektroroller mit 45 km/h ist kein gewöhnlicher E-Scooter. Er gehört zur Klasse der kleinen Kraftfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, die als L1e-B klassifiziert werden. Das bedeutet: Er ist technisch gesehen ein Moped, kein Fahrrad. Er muss versichert sein, hat ein Kennzeichen, und du brauchst eine gültige Fahrerlaubnis. Viele Hersteller verkaufen diese Roller als "schnelle E-Roller", aber die Rechtslage ist klar: Sie sind keine Spielzeuge.

Ein typischer Roller dieser Klasse hat einen Motor mit 1000-2000 Watt Leistung, eine Reichweite von 80 bis 120 km, und wiegt zwischen 50 und 70 kg. Das ist deutlich schwerer als ein normales E-Scooter-Modell, das oft unter 25 kg liegt. Du kannst ihn nicht einfach in den Bus nehmen oder mit in die Wohnung tragen. Er ist ein Fahrzeug - und das wird auch so behandelt.

Darf ich mit dem Roller auf dem Radweg fahren?

Nein. Das ist eine der häufigsten Fehlannahmen. Ein Elektroroller mit 45 km/h darf nicht auf Radwegen fahren - egal ob er mit oder ohne Tretunterstützung betrieben wird. Radwege sind für Fahrräder und Pedelecs bis 25 km/h vorgesehen. Ab 25 km/h gilt der Roller als Kraftfahrzeug, und das bedeutet: Nur Straßen.

Wenn du auf einem Radweg erwischt wirst, bekommst du nicht nur ein Bußgeld von 25 Euro, sondern auch Punkte in Flensburg. Und wenn du dabei noch einen Fußgänger gefährdest, kann es teurer werden. Die Polizei kontrolliert das immer öfter - besonders in Städten wie Leipzig, Berlin oder München, wo viele schnelle Roller unterwegs sind.

Wo darfst du dann fahren?

Du darfst nur auf Straßen fahren - und zwar auf der Fahrbahn. Es gibt zwei Ausnahmen:

  • Wenn ein extra gekennzeichneter Fahrstreifen für Mofas oder Kleinkrafträder existiert - dann darfst du diesen nutzen. Solche Streifen sind meist durch ein blaues Schild mit dem Symbol eines Mofas gekennzeichnet.
  • Wenn du in einer 30er-Zone bist - dann darfst du auch auf dem Fahrradweg fahren, aber nur, wenn er explizit für Mofas freigegeben ist. Das steht meist auf einem kleinen Zusatzschild. Ohne dieses Schild: kein Fahrradweg.

Was du nicht darfst: Auf Fußgängerzonen, in Innenstädten ohne ausdrückliche Erlaubnis, oder auf Autobahnen. Autobahnen sind für Fahrzeuge unter 60 km/h generell verboten - und 45 km/h ist darunter. Das gilt auch für Schnellstraßen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen über 50 km/h, wenn sie nicht ausdrücklich für Mofas freigegeben sind.

Welcher Führerschein braucht man?

Du brauchst mindestens einen Mofa-Führerschein (Klasse AM), der ab 15 Jahren erworben werden kann. Aber Achtung: Seit 2023 gibt es eine neue Regelung. Wer nach dem 1. April 2023 geboren wurde, darf den Mofa-Führerschein nur noch mit einer praktischen Prüfung erwerben. Wer vorher geboren wurde, kann weiterhin mit der Theorieprüfung auskommen - aber nur, wenn er den Führerschein bis Ende 2025 erworben hat.

Wenn du schon einen Auto-Führerschein (Klasse B) hast, dann darfst du auch diesen Roller fahren - ohne zusätzliche Prüfung. Das gilt für alle Klassen: A1, A2, A, B, C, D - alles reicht. Der Mofa-Führerschein ist also nur nötig, wenn du keinen anderen Führerschein hast.

Was muss der Roller technisch haben?

Ein Roller mit 45 km/h muss bestimmte Vorschriften erfüllen, sonst darfst du ihn nicht auf die Straße bringen. Hier die wichtigsten Punkte:

  • Kennzeichen - muss sichtbar und ordnungsgemäß angebracht sein.
  • Versicherung - du brauchst eine Haftpflichtversicherung. Ohne ist das Fahren illegal.
  • StVO-Konformität - der Roller muss über einen Rückspiegel, Bremslicht, Tagfahrlicht, Hupe und einen Abgas- oder Geräuschpegel-Test verfügen.
  • Helmpflicht - seit 2024 gilt in ganz Deutschland Helmpflicht für alle Fahrer von Rollern ab 25 km/h. Das ist kein Vorschlag, das ist Gesetz.

Wenn du einen gebrauchten Roller kaufst, prüfe immer, ob die TÜV-Plakette noch gültig ist. Viele alte Modelle wurden nicht nach den neuen EU-Normen umgerüstet - und das kann dir teuer werden. Ein unerlaubter Roller wird abgeschleppt, und du zahlst nicht nur die Abschleppkosten, sondern auch eine Geldstrafe von bis zu 100 Euro.

Polizist warnt einen Fahrer eines Elektrorollers, der fälschlicherweise den Radweg benutzt, mit Warnschild in Berliner Stadtumgebung.

Was passiert bei Verstößen?

Ein paar konkrete Beispiele aus der Praxis:

  • Fahren ohne Führerschein: 100-150 Euro Bußgeld + 1 Punkt in Flensburg.
  • Fahren ohne Versicherung: 100 Euro Bußgeld + Fahrzeug wird eingezogen.
  • Fahren auf dem Radweg: 25 Euro Bußgeld + 1 Punkt.
  • Fahren ohne Helm: 15 Euro Bußgeld - das klingt harmlos, aber es ist ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung.

Wenn du mehr als einmal erwischt wirst, wird es ernst. Die Versicherung kann dich abweisen, und bei wiederholten Verstößen kann die Fahrerlaubnis entzogen werden - selbst wenn du nur den Mofa-Führerschein hast.

Wie unterscheidet sich das von einem normalen E-Scooter?

Ein normaler E-Scooter mit 20 km/h oder 25 km/h ist ein Fahrrad mit Motor. Du darfst ihn auf Radwegen fahren, du brauchst keinen Führerschein, und du brauchst keine Versicherung - aber nur, wenn er die EU-Norm EN 17128 erfüllt. Ein Roller mit 45 km/h ist kein Fahrrad. Er ist ein Moped. Und das macht einen riesigen Unterschied.

Manche Hersteller versuchen, das zu verschleiern. Sie nennen ihre 45-km/h-Roller "E-Scooter" - aber das ist rechtlich falsch. Wenn du einen solchen Roller kaufst, lies die Dokumente genau. Steht da "Kleinkraftrad" oder "Mofa"? Dann ist er ein Kraftfahrzeug. Steht da "E-Scooter" und "max. 25 km/h"? Dann ist er ein Fahrrad. Verwechslung ist keine Entschuldigung.

Was ist mit Elektro-Rollern aus dem Ausland?

Wenn du einen Roller aus den Niederlanden, Österreich oder der Schweiz kaufst, dann musst du ihn erst in Deutschland anerkennen lassen. Die Zulassungsbehörde prüft, ob er den deutschen Vorschriften entspricht. Viele ausländische Roller haben keine deutsche Zulassung, weil sie z. B. keine deutsche Hupe haben oder das Licht nicht den deutschen Normen entspricht.

Ein Roller aus der Schweiz, der 45 km/h fährt, ist in Deutschland nicht automatisch erlaubt. Du musst ihn bei der Zulassungsstelle anmelden - und das kostet Geld. Es gibt Fälle, in denen Leute ihre Roller aus dem Ausland importiert haben, sie dann auf der Straße gefahren sind - und nach drei Monaten vom TÜV abgemahnt wurden. Kein Spaß.

Was ist mit E-Scooter-Sharing-Angeboten?

Die großen Anbieter wie Lime, Tier oder Voi bieten in Deutschland nur Roller mit 20-25 km/h an. Sie haben keine 45-km/h-Modelle im Programm. Warum? Weil sie nicht die nötigen Versicherungen, Führerscheinkontrollen und Zulassungen haben. Wenn du einen 45-km/h-Roller über einen Sharing-Anbieter mieten willst - das gibt es nicht. Du musst ihn selbst kaufen und anmelden.

Vergleich: Legaler Elektroroller mit Helm und Kennzeichen links, illegaler mit Verstößen rechts — rote Warnsymbole und Strafen.

Was ist mit E-Bikes mit 45 km/h?

Ein Pedelec mit 45 km/h ist etwas anderes. Es heißt dann S-Pedelec und ist ein Kraftfahrzeug mit Motorunterstützung bis 45 km/h. Es hat dieselben Regeln wie der Elektroroller: Führerschein, Versicherung, Helm, Kennzeichen. Der Unterschied: Es hat Tretkurbeln. Du musst treten, sonst schaltet sich der Motor ab. Aber rechtlich ist es fast identisch.

Wenn du ein S-Pedelec fährst, darfst du auf Fahrradwegen fahren? Nein. Auch hier gilt: Nur Straßen. Die Regeln sind identisch. Viele Leute denken, weil es ein Fahrrad ist, darf es auf Radwegen fahren. Das ist ein gefährlicher Irrtum.

Rechtliche Unterschiede: Elektroroller 45 km/h vs. E-Scooter 25 km/h
Merkmale Elektroroller 45 km/h E-Scooter 25 km/h
Führerschein nötig Ja (AM oder höher) Nein
Helmpflicht Ja Nein
Kennzeichen Ja Nein
Versicherung Ja (Haftpflicht) Nein
Fahren auf Radweg Nein Ja
Mindestalter 15 Jahre 14 Jahre

Was tun, wenn du unsicher bist?

Wenn du nicht sicher bist, ob dein Roller erlaubt ist, dann geh zur Zulassungsstelle. Bring den Fahrzeugschein mit, den du beim Kauf bekommen hast. Die Beamten prüfen ihn kostenlos. Oder du rufst beim TÜV an - die sagen dir genau, ob dein Modell zulassungsfähig ist.

Es gibt auch eine Online-Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA), wo du die Typenbezeichnung deines Rollers eingeben kannst. Dort steht, ob er als Mofa, Kleinkraftrad oder E-Scooter klassifiziert ist. Suche nach "KBA Fahrzeugtypen" - das ist öffentlich und kostenlos.

Was ist mit Elektro-Rollern für Kinder?

Es gibt keine Ausnahmen für Kinder. Selbst wenn dein Sohn 14 ist und super fahren kann - er darf keinen 45-km/h-Roller fahren. Der Mindestalter für diesen Roller ist 15 Jahre. Und das ist kein Vorschlag. Das ist Gesetz. Wer hier nachgibt, setzt sein Kind und andere in Gefahr.

Wenn du deinem Kind einen Roller kaufen willst, dann wähle ein Modell mit 20 km/h. Das ist sicher, legal und für Jugendliche geeignet. Ein 45-km/h-Roller ist kein Spielzeug - er ist ein Kraftfahrzeug. Und das sollte man nicht unterschätzen.

Darf ich mit einem Elektroroller mit 45 km/h auf dem Radweg fahren?

Nein. Ein Elektroroller mit 45 km/h ist ein Kraftfahrzeug und darf nur auf Straßen fahren. Radwege sind für Fahrräder und Pedelecs bis 25 km/h vorgesehen. Wer hier fährt, riskiert ein Bußgeld von 25 Euro und einen Punkt in Flensburg.

Brauche ich einen Führerschein für einen 45-km/h-Elektroroller?

Ja. Du brauchst mindestens den Mofa-Führerschein (Klasse AM). Wer einen Auto-Führerschein (B) hat, darf auch diesen Roller fahren. Wer nach dem 1. April 2023 geboren wurde, muss eine praktische Prüfung ablegen. Der Führerschein ist Pflicht - keine Ausnahmen.

Ist ein Helm Pflicht?

Ja. Seit 2024 gilt in ganz Deutschland Helmpflicht für alle Fahrer von Rollern mit mehr als 25 km/h. Das ist kein Vorschlag, sondern Gesetz. Ohne Helm riskierst du ein Bußgeld von 15 Euro und eine Gefährdung deiner eigenen Sicherheit.

Kann ich einen gebrauchten Elektroroller aus dem Ausland fahren?

Nur, wenn er die deutschen Vorschriften erfüllt. Du musst ihn bei der Zulassungsstelle anmelden und prüfen lassen. Viele ausländische Roller haben keine deutsche Hupe, falsches Licht oder fehlende Sicherheitsmerkmale. Ohne Zulassung ist das Fahren illegal - und das Fahrzeug wird abgeschleppt.

Was passiert, wenn ich ohne Versicherung fahre?

Du bekommst ein Bußgeld von 100 Euro, dein Roller wird eingezogen, und du musst die Abschleppkosten tragen. Außerdem riskierst du, dass du bei einem Unfall selbst für alle Schäden aufkommen musst. Eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht - nicht freiwillig.

Was ist der nächste Schritt?

Wenn du einen 45-km/h-Roller kaufen willst, dann geh nicht einfach zum Händler und kauf den billigsten. Prüfe zuerst:

  1. Ob er die deutsche Zulassung hat (KBA-Nummer im Fahrzeugschein)
  2. Ob er mit Helm, Kennzeichen und Versicherung ausgeliefert wird
  3. Ob der Händler dir den Mofa-Führerschein erklären kann
  4. Ob du ihn wirklich brauchst - oder ob ein 25-km/h-Roller oder ein E-Bike reicht

Ein schnellerer Roller klingt attraktiv. Aber er bringt mehr Pflichten als Freiheiten. Die Straße ist kein Spielplatz. Und wer das vergisst, zahlt später einen hohen Preis.