Manche denken, man braucht einen Führerschein, um einen Elektroroller zu fahren. Das ist nicht immer wahr. In Deutschland gibt es mehrere E-Fahrzeuge, die du ohne Führerschein fahren darfst - vorausgesetzt, sie erfüllen bestimmte technische und rechtliche Voraussetzungen. Du musst nur die richtigen Modelle wählen. Und das ist einfacher, als viele denken.
Was darf man ohne Führerschein fahren?
Die einfachste und beliebteste Option ist das Mofa eine Klasse von Kleinkrafträdern mit einer maximalen Geschwindigkeit von 25 km/h und einer Motorleistung von bis zu 1 kW. Diese Fahrzeuge haben oft einen kleinen Elektromotor und reichen für kurze Strecke in der Stadt völlig aus. Du brauchst keinen Führerschein, aber du musst mindestens 15 Jahre alt sein und eine Versicherungsplakette besitzen. Die Plakette bekommst du, sobald du das Fahrzeug versichert hast - meistens über einen Versicherer wie die Allianz oder die HanseMerkur.
Daneben gibt es das Kleinkraftrad ein Fahrzeug mit maximal 45 km/h Geschwindigkeit, 1 kW Motorleistung und einem Gewicht von unter 35 kg (ohne Fahrer). Diese Fahrzeuge sind oft als Elektroroller oder Elektroroller mit Tretunterstützung erhältlich. Du darfst sie ab 15 Jahren fahren, ohne Führerschein - aber du brauchst eine Versicherung und eine Betriebserlaubnis (Typenschild). Diese Fahrzeuge dürfen nicht auf Autobahnen oder Schnellstraßen gefahren werden.
Ein weiteres Modell, das immer beliebter wird, ist der E-Roller mit 20 km/h ein Elektroroller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h, der als elektrisches Kleinfahrzeug gilt und keine Versicherungspflicht hat, wenn er nur auf Gehwegen oder Radwegen genutzt wird. Diese Fahrzeuge sind oft als E-Rollers für Kinder oder Jugendliche ausgelegt. Sie dürfen nur auf Gehwegen und Radwegen fahren - nicht auf Straßen. Sie brauchen weder Versicherung noch Kennzeichen. Aber: Du musst mindestens 14 Jahre alt sein, und du darfst nicht auf der Straße fahren, nur auf den dafür vorgesehenen Wegen.
Was ist der Unterschied zwischen Mofa, Kleinkraftrad und E-Roller?
Es ist leicht, die Begriffe zu verwechseln. Aber die Unterschiede sind entscheidend - vor allem, wenn es um Recht und Sicherheit geht.
| Modell | Höchstgeschwindigkeit | Mindestalter | Versicherung nötig? | Kennzeichen? | Fahrerlaubnis nötig? |
|---|---|---|---|---|---|
| Mofa | 25 km/h | 15 Jahre | Ja | Ja | Nein |
| Kleinkraftrad (L1e) | 45 km/h | 15 Jahre | Ja | Ja | Nein |
| E-Roller (20 km/h) | 20 km/h | 14 Jahre | Nein | Nein | Nein |
| E-Roller (45 km/h, ohne Führerschein) | 45 km/h | 15 Jahre | Ja | Ja | Nein |
Wichtig: Ein E-Roller mit 45 km/h, der als Kleinkraftrad klassifiziert ist, darf ohne Führerschein gefahren werden - aber nur, wenn er die technischen Vorgaben erfüllt. Viele Händler verkaufen Fahrzeuge, die auf den ersten Blick wie ein normales E-Moped aussehen, aber illegal sind. Sie haben mehr als 1 kW Leistung oder ein Gewicht über 35 kg. Solche Fahrzeuge fallen unter die Klasse L3e und brauchen dann einen Führerschein Klasse A1 oder B.
Woher weiß ich, ob mein E-Roller legal ist?
Bevor du ein Fahrzeug kaufst, prüfe immer die Typenschild ein metallenes Schild am Fahrzeug, das die technischen Daten wie Höchstgeschwindigkeit, Motorleistung und Gewicht angibt. Dieses Schild muss sichtbar angebracht sein. Es steht meistens unter dem Sattel oder am Rahmen. Dort findest du Angaben wie:
- Maximale Geschwindigkeit: 25 km/h oder 45 km/h
- Motorleistung: max. 1 kW
- Gewicht: unter 35 kg (ohne Fahrer)
- Kennzeichnung: „L1e“ oder „L2e“ für Kleinkrafträder
Wenn das Schild fehlt oder die Werte überschritten werden, ist das Fahrzeug nicht straßenrechtlich zugelassen. Du riskierst nicht nur Bußgelder, sondern auch die Einziehung des Fahrzeugs. Einige Händler verkaufen solche Fahrzeuge als „Nur für Privatgelände“ - das ist ein Warnsignal. Wenn du es auf öffentlichen Wegen fahren willst, muss es die deutschen Vorschriften erfüllen.
Was passiert, wenn man ein illegales Fahrzeug fährt?
Die Polizei kontrolliert immer häufiger E-Fahrzeuge, besonders in Städten wie Leipzig, Berlin oder Hamburg. Wenn du ein Fahrzeug fährst, das nicht den Vorschriften entspricht, kannst du mit folgenden Strafen rechnen:
- Bußgeld zwischen 40 und 70 Euro (für fehlende Versicherung)
- 100 bis 150 Euro (für fehlendes Kennzeichen oder Typenschild)
- 300 Euro und Punkte in Flensburg (für Fahren ohne Versicherung)
- Einziehung des Fahrzeugs (wenn es als „nicht zugelassen“ eingestuft wird)
Und das ist nicht alles: Wenn du in einem Unfall verwickelt bist, haftest du privat - ohne Versicherungsschutz. Deine private Haftpflichtversicherung zahlt dann nicht. Das kann dich finanziell ruinieren.
Kann man auch mit 14 Jahren einen E-Roller fahren?
Ja - aber nur mit einem Fahrzeug, das maximal 20 km/h fährt und nur auf Radwegen oder Gehwegen erlaubt ist. Solche Fahrzeuge werden oft als „Elektroroller für Jugendliche“ verkauft. Sie haben oft einen Sitz, aber auch manche Modelle sind wie ein Skateboard mit Motor. Sie brauchen keine Versicherung, kein Kennzeichen, keine Prüfplakette. Aber: Du musst mindestens 14 Jahre alt sein. Und du darfst nicht auf der Straße fahren, nur auf den dafür vorgesehenen Wegen. In der Stadt ist das oft schwierig - viele Radwege sind nicht breit genug oder führen direkt auf die Straße.
Einige Eltern kaufen solche Fahrzeuge für ihre Kinder, um sie unabhängig zu machen. Aber Achtung: Viele dieser Roller haben einen „Boost-Modus“, der die Geschwindigkeit auf 30 km/h erhöht. Das ist illegal. Der Hersteller darf das nicht erlauben. Wenn du diesen Modus aktivierst, wird das Fahrzeug plötzlich zu einem Kleinkraftrad - und du brauchst dann eine Versicherung und ein Kennzeichen. Sonst riskierst du Bußgelder.
Was ist mit E-Scootern?
E-Scooter mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 km/h fallen unter die gleiche Regel wie die E-Roller. Sie dürfen auf Radwegen und Gehwegen fahren, aber nicht auf der Straße. Sie brauchen keine Versicherung, kein Kennzeichen. Aber: Du musst mindestens 14 Jahre alt sein. Und du darfst nicht auf Autobahnen, Schnellstraßen oder Fußgängerzonen fahren - nur auf Radwegen, die extra für solche Fahrzeuge freigegeben sind.
Die meisten E-Scooter aus dem Sharing-Angebot (wie Lime oder Tier) sind für Erwachsene zugelassen und brauchen eine Versicherung. Wenn du einen solchen Scooter kaufst und ohne Führerschein fahren willst, musst du sicherstellen, dass er nicht mehr als 20 km/h fährt und keine Versicherungspflicht hat. Sonst ist er illegal.
Wie finde ich ein legaler E-Roller in Deutschland?
Wenn du ein Fahrzeug kaufen willst, das du ohne Führerschein fahren darfst, dann achte auf diese Punkte:
- Prüfe das Typenschild - es muss die Werte „max. 45 km/h“, „max. 1 kW“ und „Gewicht unter 35 kg“ enthalten.
- Suche nach der Kennzeichnung „L1e“ oder „L2e“ - das ist der europäische Standard für Kleinkrafträder.
- Kaufe nur bei seriösen Händlern, die eine Betriebserlaubnis (ABE) nachweisen können.
- Vermeide Angebote mit „5000 Watt Motor“ oder „60 km/h“ - das ist illegal.
- Frage nach der Versicherung: Du brauchst eine Haftpflichtversicherung, auch wenn du keinen Führerschein brauchst.
Einige empfehlenswerte Marken, die legalen E-Roller in Deutschland verkaufen, sind: Xiaomi, Segway, Nanrobot und Kugoo. Diese Marken haben Modelle, die die deutschen Vorschriften erfüllen. Sie sind oft über Online-Shops wie Amazon.de, Fahrrad.de oder spezialisierte E-Roller-Händler erhältlich.
Was ist mit E-Bikes?
E-Bikes mit Tretunterstützung bis 25 km/h sind keine E-Fahrzeuge im Sinne des Straßenverkehrsrechts. Sie gelten als Fahrräder. Du brauchst keinen Führerschein, keine Versicherung, kein Kennzeichen. Aber: Du musst mindestens 14 Jahre alt sein, um ein Pedelec mit 25 km/h zu fahren. Ab 16 Jahren darfst du auch S-Pedelecs mit 45 km/h fahren - aber da brauchst du dann einen Führerschein Klasse AM oder B.
Also: E-Bikes sind keine Alternative zu E-Rollern, wenn du ohne Führerschein fahren willst. Sie sind etwas anderes - und sie sind oft schwerer, teurer und brauchen mehr Platz.
Was ist der beste E-Roller ohne Führerschein?
Es gibt keinen „besten“ Roller - aber es gibt den passenden für dich.
- Wenn du nur in der Stadt fährst und kurze Strecken zurücklegst: Ein Mofa mit 25 km/h ist ideal. Es ist günstig, einfach zu versichern und sehr zuverlässig.
- Wenn du schneller fahren willst und mehr Reichweite brauchst: Ein Kleinkraftrad mit 45 km/h ist die bessere Wahl. Es hat mehr Leistung, aber auch höhere Kosten.
- Wenn du Jugendlicher bist oder nur auf Radwegen fahren willst: Ein E-Roller mit 20 km/h ist die einfachste Option - keine Versicherung, kein Kennzeichen, kein Stress.
Einige Modelle, die besonders gut abschneiden, sind der Xiaomi Mijia M365 Pro (25 km/h, mit Typenschild), der Segway Ninebot MAX (45 km/h, L1e) und der Kugoo G2 Pro (20 km/h, ohne Versicherungspflicht). Diese Modelle sind in Deutschland zugelassen und werden von Händlern mit gültiger ABE verkauft.
Was muss ich sonst noch wissen?
Wenn du ein Fahrzeug ohne Führerschein fährst, gilt:
- Du musst einen Helm tragen - das ist Pflicht für alle Fahrzeuge mit mehr als 20 km/h.
- Du darfst nicht unter Alkohol fahren - die Grenze ist 0,0 % für Fahrer unter 21 Jahren.
- Du darfst nicht auf Autobahnen, Schnellstraßen oder Fußgängerzonen fahren.
- Du musst die Versicherungsplakette sichtbar anbringen - sonst ist das Fahrzeug unzulässig.
- Du darfst das Fahrzeug nicht verändern - kein Tuning, kein Boost-Modus, kein Austausch der Batterie.
Einige Fahrer versuchen, ihre Roller zu modifizieren, um schneller zu werden. Das ist illegal und gefährlich. Die Versicherung erkennt solche Fahrzeuge nicht mehr an. Und die Polizei nimmt sie sofort ab.
Darf man mit 14 Jahren einen E-Roller mit 25 km/h fahren?
Nein. Ein E-Roller mit 25 km/h ist ein Mofa und darf erst ab 15 Jahren gefahren werden. Ein 14-Jähriger darf nur E-Roller mit maximal 20 km/h fahren, und nur auf Radwegen oder Gehwegen - nicht auf der Straße.
Braucht man eine Prüfbescheinigung für E-Roller ohne Führerschein?
Nein. Eine Prüfbescheinigung (wie beim Mofa-Führerschein) ist nicht nötig. Du brauchst nur eine Versicherung und ein Typenschild. Die Versicherung wird ohne Prüfung abgeschlossen - du musst nur das Fahrzeug vorzeigen und den Versicherungsvertrag unterschreiben.
Kann man einen E-Roller ohne Versicherung fahren?
Nur, wenn es ein E-Roller mit 20 km/h ist, der nur auf Radwegen oder Gehwegen fährt. Alle anderen E-Fahrzeuge (Mofa, Kleinkraftrad) müssen versichert sein. Sonst drohen hohe Bußgelder und die Einziehung des Fahrzeugs.
Wo kann man E-Roller ohne Führerschein kaufen?
In Fachgeschäften für E-Mobilität, bei großen Online-Händlern wie Amazon.de, Fahrrad.de oder spezialisierten Anbietern wie E-Roller-Shop.de. Achte darauf, dass der Händler eine Betriebserlaubnis (ABE) nachweisen kann. Vermeide Angebote von unbekannten Anbietern auf eBay oder in sozialen Medien.
Was kostet ein E-Roller ohne Führerschein?
Ein E-Roller mit 20 km/h kostet zwischen 300 und 600 Euro. Ein Mofa mit 25 km/h liegt bei 800 bis 1.200 Euro. Ein Kleinkraftrad mit 45 km/h kostet 1.500 bis 2.500 Euro. Hinzu kommen Versicherungskosten von etwa 40 bis 80 Euro pro Jahr.
Was kommt als Nächstes?
Die Gesetze für E-Fahrzeuge ändern sich. In den nächsten Jahren könnte es eine neue Klasse geben: „E-Fahrzeuge der Kategorie L1e-B“ - mit höherer Leistung, aber ohne Führerschein. Aber bis dahin gilt: Nur Fahrzeuge mit Typenschild, Versicherung und richtiger Geschwindigkeit sind legal. Wenn du unsicher bist, frage beim TÜV oder bei der Fahrerlaubnisbehörde deiner Stadt nach. In Leipzig kannst du das im Straßenverkehrsamt am Markt einfach klären - mit einem Anruf oder persönlich. Besser sicher als riskant.