Ein Elektroroller in Deutschland zu kaufen, klingt einfach - bis du auf die Preise schaust. Plötzlich steht ein Modell für 800 Euro neben einem für 2.500 Euro, und du fragst dich: Was ist der Unterschied? Warum kostet der eine dreimal so viel? Und was musst du eigentlich zusätzlich zahlen, wenn du ihn endlich hast? Hier ist die ehrliche Antwort - ohne Marketing-Blabla, nur das, was du wirklich brauchst.
Was du für einen Elektroroller wirklich bezahlst
Der Preis, den du auf der Website siehst, ist fast nie der Endpreis. Ein günstiger Elektroroller für 699 Euro klingt verlockend - aber was ist drin? Meistens ein Modell mit einem 250-Watt-Motor, einer Reichweite von 20 bis 25 Kilometern und einem Akku, der nach 12 bis 18 Monaten deutlich weniger Halt hat. Solche Roller sind für Kurzstrecken gedacht: vom Bahnhof zur Arbeit, zum Bäcker oder zum Supermarkt. Sie passen in die Wohnung, sind leicht zu tragen - und wenn sie kaputtgehen, ist der Ersatz nicht teuer.
Ein seriöser Elektroroller mit 500 Watt Leistung, 40-60 km Reichweite und einem echten Lithium-Ionen-Akku kostet mindestens 1.200 Euro. Das ist der Preis, den du zahlen musst, wenn du ihn wirklich täglich nutzt - auch im Winter, mit Gepäck, auf unebenen Straßen. Modelle wie der Segway Ninebot MAX ist ein Elektroroller mit 35 km/h Höchstgeschwindigkeit, 65 km Reichweite und einem robusten Aluminiumrahmen, der auch bei Regen und Schnee zuverlässig bleibt oder der Xiaomi Electric Scooter Pro 2 hat einen 300-Watt-Motor, 45 km Reichweite und eine IP54-Wasserschutzklasse, die ihn für den Alltag in Deutschland tauglich macht gehören zu den beliebtesten Modellen in dieser Preisklasse. Sie sind nicht billig, aber sie halten.
Wenn du einen Roller für den Stadtverkehr brauchst, der auch mal 100 km pro Woche fährt, dann solltest du mindestens 1.500 Euro einplanen. Modelle ab 2.000 Euro wie der Dualtron Thunder ist ein High-End-Elektroroller mit 5.000 Watt Leistung, 120 km Reichweite und einem Gewicht von 32 kg, der eher für Enthusiasten oder Berufsfahrer gedacht ist sind für die meisten unnötig - und oft sogar zu schwer, um sie in die U-Bahn zu nehmen.
Was sonst noch kostet - die versteckten Kosten
Ein Elektroroller ist kein Fahrrad. Du brauchst mehr als nur das Gerät.
- Helmpflicht: Ab 12 km/h muss ein Helm getragen werden - und der kostet mindestens 50 Euro. Ein guter Helm mit MIPS-Schutz und Zertifizierung nach EN 1078 kostet 80-120 Euro. Kein Risiko eingehen.
- Versicherung: Ein Elektroroller mit max. 20 km/h braucht eine Haftpflichtversicherung (ca. 40-60 Euro/Jahr). Roller mit mehr als 20 km/h (z. B. 25 km/h oder 45 km/h) gelten als Kleinkraftrad und brauchen eine Kfz-Versicherung - das kostet 100-200 Euro pro Jahr.
- Steuer: Roller mit bis zu 20 km/h sind steuerfrei. Modelle mit 25 km/h oder mehr müssen mit einer Kfz-Steuer von etwa 12-20 Euro pro Jahr angemeldet werden.
- Ladegerät und Ersatzbatterie: Ein zweiter Akku kostet 200-400 Euro. Wenn du ihn nicht kaufst, bist du nach 4-6 Stunden Fahrt wieder am Ladegerät. Wer jeden Tag fährt, braucht ihn.
- Wartung: Reifen, Bremsen, Kabel - das musst du alle 6-12 Monate prüfen lassen. Ein Service kostet 30-80 Euro. Kein Roller hält 5 Jahre ohne Wartung.
Rechne also mit 200-400 Euro Mehrkosten im ersten Jahr. Wenn du einen teuren Roller kaufst, solltest du diese Kosten mit einrechnen - sonst bist du schnell enttäuscht.
Wo du sparen kannst - und wo du nicht sparen solltest
Ein Elektroroller ist kein Elektronikprodukt wie ein Kopfhörer. Hier geht es um Sicherheit, Stabilität und Langlebigkeit.
Nicht sparen:
- Akku: Billig-Akkus aus China halten oft nur 300-500 Ladezyklen. Ein guter Akku hält 800-1.200 Zyklen. Das bedeutet: 3-5 Jahre statt 1-2 Jahre. Wer hier spart, zahlt doppelt.
- Reifen: Luftreifen sind komfortabler, aber anfällig für Platten. Vollgummi-Reifen sind dicker, schwerer - aber sie halten 2-3 Mal länger. Für Stadtverkehr lohnt sich der Aufpreis.
- Bremsen: Nur Scheibenbremsen sind sicher genug für 25 km/h. Drum-Bremsen oder Fußbremsen reichen nicht - besonders bei Nässe.
Sparen kannst du:
- Extra-Funktionen: Bluetooth-Lautsprecher, LED-Lichter, App-Verbindung - das ist nett, aber nicht nötig. Ein einfacher Roller mit guter Beleuchtung und stabilem Rahmen ist besser.
- Markenname: Ein unbekannter Hersteller wie Wepa oder GoTrax kann genauso gut sein wie Xiaomi oder Segway - wenn die Technik stimmt. Lies Testberichte, nicht die Werbung.
- Neu vs. Gebraucht: Ein gebrauchter Roller mit 6 Monaten Garantie und voller Akkukapazität (gemessen mit einem Tester) ist oft die bessere Wahl. Viele Leute verkaufen ihre Roller nach einem Jahr, weil sie sie nicht mehr brauchen - und der Akku ist dann noch zu 80 % fit.
Was du beim Kauf beachten musst
Bevor du den Kauf tätigst, stell dir diese drei Fragen:
- Wie oft fährst du? 2-3 Mal pro Woche? Dann reicht ein 1.000-1.300-Euro-Roller. Täglich? Dann geh auf 1.500 Euro und mehr.
- Wie ist deine Strecke? Flache Stadt? Dann brauchst du keinen starken Motor. Hügelige Gegend? Dann brauchst du mindestens 500 Watt Leistung - sonst bleibst du stehen.
- Wo stellst du ihn ab? Im Treppenhaus? Dann muss er leicht sein (unter 15 kg). Auf dem Balkon? Dann ist Gewicht egal - aber du brauchst Platz für den Akku.
Teste den Roller, bevor du kaufst. Stehe auf ihn. Prüfe, ob die Bremsen sofort anspringen. Schau, ob die LED-Beleuchtung hell genug ist - und ob du den Akku einfach rausnehmen kannst. Wenn du ihn nicht in der Hand hast, kauf nicht online. Einige Händler in Leipzig, Berlin oder Köln erlauben einen 7-Tage-Test - nutz das.
Die besten Modelle 2026 - kurz und klar
Im Jahr 2026 sind diese fünf Roller die besten für den deutschen Alltag:
| Modell | Preis | Reichweite | Gewicht | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Xiaomi Electric Scooter Pro 2 | 1.199 € | 45 km | 14,2 kg | IP54, gute Bremsen, stabiler Rahmen |
| Segway Ninebot MAX | 1.399 € | 65 km | 18,5 kg | Starkes Akkupaket, ideal für längere Strecken |
| Inokim Quick 4 | 1.299 € | 50 km | 13,5 kg | Leichtester mit 500-Watt-Motor, perfekt für U-Bahn |
| Apollo City Pro | 1.599 € | 70 km | 16,8 kg | Größere Reifen, besserer Komfort, IP65 |
| Dualtron Thunder | 3.499 € | 120 km | 32 kg | Nur für Profis - zu schwer für den Alltag |
Die ersten vier Modelle sind für 95 % der Nutzer in Deutschland ausreichend. Der Dualtron ist ein Monster - aber du brauchst ihn nicht.
Was passiert, wenn du einen zu billigen Roller nimmst?
Ich kenne drei Leute in Leipzig, die einen Roller für 500 Euro gekauft haben. Zwei haben ihn nach 8 Monaten zurückgegeben - der Akku war tot. Der dritte hat ihn nach 4 Monaten verloren, weil er bei Regen nicht mehr gebremst hat. Der Motor hat sich überhitzt, die Bremsen versagt - und er hat sich verletzt.
Ein billiger Roller ist keine Sparlösung. Er ist ein Risiko. Du sparst 400 Euro heute - und zahlst 1.200 Euro in einem Jahr für einen neuen Roller, eine Versicherung und eventuell eine medizinische Behandlung.
Ein guter Elektroroller ist keine Investition - er ist eine Notwendigkeit, wenn du in der Stadt lebst. Er spart dir Zeit, Geld und Nerven. Aber nur, wenn du ihn richtig wählst.
Wie viel kostet ein Elektroroller mit 25 km/h in Deutschland?
Ein Elektroroller mit 25 km/h kostet zwischen 1.300 und 1.800 Euro. Dazu kommen 100-200 Euro für die Kfz-Versicherung, 12-20 Euro Steuer und ein Helm (80-120 Euro). Der Akku hält 3-5 Jahre, wenn er gut gepflegt wird.
Kann man einen Elektroroller auch gebraucht kaufen?
Ja, aber nur mit Vorsicht. Prüfe den Akku mit einem Lademeter - er sollte mindestens 80 % Kapazität haben. Frage nach dem Kaufdatum, ob der Roller versichert war, und ob er regelmäßig gewartet wurde. Kaufe nur von privaten Verkäufern mit Beleg - kein Händler, der nur eine WhatsApp-Nachricht schickt.
Wo ist der beste Ort, um einen Elektroroller in Deutschland zu kaufen?
Am besten bei einem lokalen Fahrradladen, der Elektroroller verkauft. Die haben Erfahrung mit Wartung, können dich beraten und bieten oft einen Testfahrt an. Online ist es günstiger, aber du kannst den Roller nicht testen. Wenn du online kaufst, wähle Händler mit mindestens 30-Tage-Rückgaberecht und Garantie.
Braucht man einen Führerschein für einen Elektroroller?
Nein, wenn er max. 20 km/h fährt. Ab 25 km/h brauchst du eine Versicherungsplakette und eine Betriebserlaubnis, aber keinen Führerschein. Ab 45 km/h brauchst du einen Mofa- oder AM-Führerschein. Die meisten Roller in Deutschland sind auf 20-25 km/h begrenzt.
Wie lange hält ein Elektroroller-Akku?
Ein guter Lithium-Ionen-Akku hält 800-1.200 Ladezyklen. Das sind etwa 3-5 Jahre, wenn du ihn alle 2-3 Tage lädst. Billige Akkus halten nur 300-500 Zyklen - also 1-2 Jahre. Achte auf die Angabe der Zyklenzahl im Datenblatt - nicht nur auf die Reichweite.
Ist ein Elektroroller schneller als das Fahrrad?
Im Stadtverkehr ja - besonders bei Staus oder roten Ampeln. Ein Elektroroller mit 25 km/h kommt schneller ans Ziel als ein Fahrrad mit 15-18 km/h, wenn du nicht radelst. Aber auf langen Strecken oder bei Wind ist das Fahrrad effizienter. Der Roller ist besser für kurze, häufige Strecken.