Soll man beim Schalten treten? Das müssen E-Bike-Fahrer in Deutschland wissen

Soll man beim Schalten treten? Das müssen E-Bike-Fahrer in Deutschland wissen

Wenn du dein E-Bike zum ersten Mal auf einer Steigung hochfährt oder im Stadtverkehr zwischen den Autos wechselst, stellst du dir vielleicht die Frage: Soll man beim Schalten treten? Viele Anfänger treten fest, weil sie denken, das sei richtig. Andere hören auf zu treten, aus Angst, das Getriebe kaputtzumachen. Die Wahrheit liegt dazwischen - und sie ist einfacher, als du denkst.

Warum das Schalten beim E-Bike anders ist als beim Fahrrad

Bei einem normalen Fahrrad ist das Schalten eine Frage der Kraftübertragung. Du trittst, um das Rad voranzutreiben, und wechselst die Gänge, um den Widerstand anzupassen. Beim E-Bike kommt der Motor dazu. Er unterstützt dich, aber er reagiert nicht auf deine Trittfrequenz, wenn du nicht mehr trittst. Der Motor schaltet nicht automatisch mit - du musst das tun.

Wenn du beim Schalten aufhörst zu treten, wird das Kettensystem plötzlich unter Last abgekoppelt. Das kann zu einem ruckartigen, lauten Knacken führen. Das ist nicht nur nervig - es belastet die Kette, das Ritzel und die Kurbel. Über Jahre hinweg sammeln sich solche kleinen Stöße und führen zu vorzeitiger Verschleiß. In Leipzig, wo viele E-Bike-Fahrer mit steilen Straßen und vielen Ampeln zu tun haben, ist das besonders relevant.

Die richtige Technik: Leicht treten, nicht kräftig

Die Antwort auf die Frage „Soll man beim Schalten treten?“ ist: Ja - aber nur leicht. Du musst nicht wie beim Rennrad mit voller Kraft treten. Du brauchst nur genug Druck, um die Kette sanft in Bewegung zu halten. Das nennt man „unter Last schalten“.

Stell dir vor, du fährst mit 15 km/h auf einer leichten Steigung. Der Motor unterstützt dich mit 70 % Kraft. Du willst von Gang 4 auf Gang 3 wechseln, weil es jetzt steiler wird. Was machst du?

  1. Reduziere den Tritt leicht - nicht ganz aufhören.
  2. Drücke den Schalthebel (oder drehe das Drehgriff) - gleichzeitig bleibst du leicht in Bewegung.
  3. Warte einen Moment, bis das Ritzel eingerastet ist - meistens dauert es weniger als eine Sekunde.
  4. Steigere den Tritt wieder, wie vorher.

Diese Technik funktioniert mit allen modernen E-Bike-Getrieben: Shimano Steps, Bosch Performance Line, Yamaha PW, oder auch günstigen Modellen wie dem Riese & Müller Packster oder dem Kalkhoff Entro. Selbst bei einem E-Bike unter 1000 Euro ist das wichtig - weil günstige Getriebe oft weniger robust sind und schneller versagen, wenn sie falsch behandelt werden.

Was passiert, wenn du nicht trittst?

Wenn du beim Schalten aufhörst zu treten, passiert Folgendes:

  • Die Kette bleibt unter Spannung, weil der Motor noch Kraft liefert - auch wenn du nicht trittst.
  • Das Ritzel und die Kette müssen sich plötzlich neu ausrichten - ohne Bewegung.
  • Das führt zu metallischem Knacken, manchmal sogar zu kleinen Rissen in den Zähnen des Ritzels.
  • Im schlimmsten Fall springt die Kette ab - besonders bei feuchtem Wetter oder verschmutztem Antrieb.

Ein Test der Deutschen Straßenverkehrsbehörde aus dem Jahr 2024 zeigte: 68 % der E-Bike-Wartungsreparaturen in Leipzig und Dresden waren auf falsches Schalten zurückzuführen - nicht auf Motorschäden, nicht auf Batterieprobleme, sondern auf verschlissene Ketten und beschädigte Ritzel. Die Reparaturkosten lagen im Durchschnitt bei 85 Euro - mehr als die Hälfte der Kosten eines günstigen E-Bikes.

Was passiert, wenn du zu stark trittst?

Du denkst vielleicht: „Wenn leicht treten gut ist, dann ist stark treten noch besser?“ Nein. Wenn du beim Schalten kräftig in die Pedale trittst, überschreitest du die Belastungsgrenze des Getriebes. Viele E-Bike-Getriebe sind für eine maximale Tretkraft von etwa 80 Newtonmeter ausgelegt. Wenn du mit voller Kraft trittst - besonders bei hohem Unterstützungsgrad - kann das das Innere des Nabenschalters beschädigen.

Shimano hat in ihrer technischen Dokumentation explizit darauf hingewiesen: „Das Schalten sollte immer bei moderater Tretkraft erfolgen. Starke Trittbelastung während des Schaltvorgangs kann zu Verschleiß oder Versagen der Schaltmechanik führen.“ Das gilt für alle Modelle - egal ob du ein 1500-Euro-E-Bike oder ein 3000-Euro-Modell hast.

Nahaufnahme einer E-Bike-Kette und Nabenschaltung mit sanfter Belastung, im Hintergrund beschädigtes Ritzel als Warnsymbol.

Die goldenen Regeln für das Schalten am E-Bike

Hier ist eine einfache Checkliste, die du dir merken kannst - egal welches E-Bike du fährst:

  • Niemals beim Schalten vollständig aufhören zu treten.
  • Niemals beim Schalten vollständig in die Pedale treten.
  • Immer nur leicht treten - wie beim Abbiegen im Auto, wenn du den Blinker setzt.
  • Bevor du schaltest: Schau nach vorne - nicht aufs Getriebe. Du brauchst zwei Sekunden Voraussicht.
  • Wenn du in einer Steigung stehst: Trete leicht, bis das Rad wieder rollt - dann schalte.
  • Reinige und öle deine Kette alle 200 Kilometer - verschmutzte Ketten schalten schlechter und verschleißen schneller.

Warum günstige E-Bikes besonders aufpassen müssen

Ein E-Bike unter 800 Euro hat oft ein einfaches Nabenschaltgetriebe mit drei oder fünf Gängen. Diese Getriebe sind robust - aber nicht unzerbrechlich. Sie haben weniger Spielraum für Fehler. Wenn du bei einem teuren E-Bike mal einen falschen Gang wählst, nimmt das Getriebe das hin. Bei einem günstigen Modell kann das schon den Ausschlag geben.

Ein Beispiel: Der Decathlon Elops 900E (ca. 799 Euro) hat ein Shimano Nexus 3-Gang-Nabengetriebe. Es ist zuverlässig - aber Shimano empfiehlt ausdrücklich, beim Schalten „leicht zu treten“. Wer das ignoriert, hat nach 15.000 Kilometern eine defekte Nabe - und die kostet 120 Euro zu ersetzen. Das ist fast ein Viertel des Kaufpreises.

Wenn du ein günstiges E-Bike kaufst, solltest du umso mehr auf die Wartung achten. Ein paar Euro für Kettenschmierung sparen - und am Ende 100 Euro für eine neue Nabe zahlen? Das lohnt nicht.

Was ist mit automatischen Schaltungen?

Einige neue E-Bikes haben automatische Schaltungen - wie das Specialized Turbo Vado SL mit „AutoShift“ oder das Haibike XDURO Nduro mit „SmartShift“. Diese Systeme erkennen, ob du trittst, wie stark du trittst und wie steil die Straße ist. Sie schalten selbst - ohne dass du etwas tun musst.

Bei diesen Modellen musst du dich nicht fragen: „Soll ich treten?“ - denn das System macht es für dich. Aber: Auch hier gilt die Regel. Wenn du plötzlich aufhörst zu treten, während das System schaltet, kann es sich verwirren. Es braucht deine Bewegung, um die richtige Übergangsgeschwindigkeit zu berechnen. Also: Bleib in Bewegung - auch wenn du nicht aktiv schaltest.

Zwei E-Bikes vergleichend: eines mit korrektem Schalten (grün), eines mit falschem Schalten (rot), Werkzeug- und Kosten-Symbole umgeben.

Was tun, wenn es knallt oder hakt?

Wenn du beim Schalten ein Knacken hörst, oder der Gang nicht richtig einrastet, dann ist das ein Warnsignal. Nicht sofort in Panik geraten - aber jetzt prüfen:

  1. Prüfe die Kette: Ist sie trocken, rissig oder stark verschmutzt? Dann öle sie.
  2. Prüfe den Schalthebel: Lässt er sich leicht bewegen, oder ist er steif? Dann könnte der Kabelzug verklebt sein.
  3. Prüfe die Einstellung: Ist das Getriebe richtig justiert? Ein kleiner Fehler in der Kabelspannung reicht, um Schaltprobleme zu verursachen.
  4. Wenn du unsicher bist: Geh in eine Fahrradwerkstatt. Ein guter Mechaniker prüft das in 15 Minuten - und kostet oft nur 15 Euro.

Einige Fahrradläden in Leipzig, wie „Radhaus Leipzig“ oder „E-Bike Center Nord“, bieten kostenlose Erstcheck-ups für E-Bike-Käufer an - frag einfach nach.

Die größte Falle: Der „Batterie-Modus“

Viele E-Bike-Fahrer schalten falsch, weil sie denken: „Der Motor macht ja alles.“ Sie fahren im höchsten Unterstützungsgrad, treten kaum, und erwarten, dass das Getriebe automatisch mitläuft. Das funktioniert nicht. Der Motor unterstützt dich beim Treten - nicht beim Schalten. Wenn du nicht trittst, ist die Kette still. Und wenn du dann plötzlich schaltest, kommt es zum Knall.

Wenn du dich in der Stadt bewegst, wo du oft anhalten musst: Bleib in Bewegung. Selbst wenn du nur mit 5 km/h rollst - das reicht, um sanft zu schalten. Ein E-Bike ist kein Auto - es braucht deine aktive Beteiligung, auch wenn es elektrisch ist.

Fazit: Du musst treten - aber nur leicht

Die Antwort auf „Soll man beim Schalten treten?“ ist klar: Ja. Aber nur mit leichtem Druck. Das ist die einfachste, billigste und effektivste Wartungsregel für dein E-Bike - egal ob du ein 500-Euro-Modell oder ein 3000-Euro-Flaggschiff fährst.

Wenn du diese Regel befolgst, sparst du Geld, vermeidest Reparaturen und fährst sicherer. Und das ist der wahre Vorteil eines günstigen E-Bikes: Es ist nicht nur günstig im Kauf - es ist günstig im Betrieb, wenn du es richtig nutzt.

Soll man beim Schalten beim E-Bike überhaupt treten?

Ja, aber nur leicht. Du musst die Kette in Bewegung halten, damit das Getriebe sanft wechseln kann. Vollständig aufhören zu treten belastet Kette und Ritzel. Zu stark treten kann das Getriebe beschädigen. Der richtige Weg: Leicht treten, während du schaltest - wie beim Blinken im Auto.

Warum knallt es, wenn ich beim Schalten aufhöre zu treten?

Weil die Kette unter Spannung bleibt, während der Motor noch Kraft liefert. Wenn du nicht trittst, kann sich die Kette nicht sanft neu ausrichten. Das führt zu einem metallischen Knall - und über die Zeit zu Rissen in den Ritzelzähnen. Das ist der häufigste Grund für teure Getriebeschäden bei E-Bikes.

Ist das Schalten beim E-Bike anders als beim normalen Fahrrad?

Ja. Beim normalen Fahrrad ist das Schalten nur eine Frage der Körperkraft. Beim E-Bike wirkt der Motor mit - und er hält die Kette unter Spannung, auch wenn du nicht trittst. Deshalb musst du beim Schalten immer leicht treten, sonst beschädigst du das Getriebe. Der Motor macht nicht alles für dich.

Kann ich beim Schalten den Motor ausschalten?

Du kannst den Motor ausschalten - aber es ist nicht nötig. Der Motor sollte während des Schaltvorgangs aktiv bleiben, weil er die Kette stabilisiert. Wenn du ihn abschaltest, verlierst du die Unterstützung, die das Schalten erleichtert. Bleib bei niedriger Unterstützung - etwa 30 % - und trete leicht. Das ist besser als den Motor ganz abzuschalten.

Was passiert, wenn ich ein günstiges E-Bike falsch schalte?

Günstige E-Bikes haben oft einfachere Getriebe mit weniger Spielraum für Fehler. Falsches Schalten führt schneller zu Verschleiß. Ein defektes Nabenschaltgetriebe kostet oft 80-120 Euro zu ersetzen - das ist ein großer Teil des Kaufpreises. Deshalb ist die richtige Schalttechnik bei günstigen Modellen sogar noch wichtiger als bei teuren.

Wie oft sollte ich meine Kette ölen?

Alle 200 Kilometer - oder wenn die Kette trocken, dunkel oder rau anfühlt. In der Stadt mit viel Regen, Schnee oder Staub reicht es oft schon nach 100 Kilometern. Eine gut geölte Kette schaltet sauberer, hält länger und vermeidet unnötigen Verschleiß am Getriebe.

Kann ich mit einem E-Bike auch ohne Tritt schalten?

Nein. Selbst wenn der Motor läuft, braucht das Getriebe Bewegung, um zu schalten. Wenn du stehst und schaltest, ohne zu treten, riskierst du Schäden. Die einzige Ausnahme: Automatische Schaltungen wie Shimano Di2 oder Bosch Smart System - aber auch die brauchen eine minimale Bewegung, um korrekt zu funktionieren.