Welche Autos darf man ohne Führerschein fahren? - Alle legalen Optionen in Deutschland 2026

Welche Autos darf man ohne Führerschein fahren? - Alle legalen Optionen in Deutschland 2026

Stell dir vor, du hast keinen Führerschein - aber du willst trotzdem mobil sein. Kein Problem. In Deutschland gibt es tatsächlich Fahrzeuge, die du ohne Führerschein fahren darfst. Kein Witz. Kein Schummeln. Kein Grauzone. Das ist gesetzlich geregelt, und viele Menschen nutzen diese Option täglich - besonders in Städten wie Leipzig, Berlin oder Köln. Aber welche Fahrzeuge sind das wirklich? Und was muss man beachten, damit man nicht auf die Straße kommt?

Was darf man ohne Führerschein fahren?

Die einfachste Antwort: Mofas und Leichtkrafträder mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h. Aber Achtung: Nicht jedes Elektrofahrzeug zählt dazu. Es gibt klare rechtliche Grenzen, die du kennen musst.

Die wichtigste Kategorie ist das Mofa ist ein zweirädriges Fahrzeug mit Elektro- oder Verbrennungsmotor, das maximal 25 km/h schnell ist und eine Leistung von nicht mehr als 1 kW hat. Auch als Kleinkraftrad bezeichnet, braucht es keinen Führerschein - aber einen Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis (Typengenehmigung).

Wenn du schneller fahren willst, gibt es das Leichtkraftrad ist ein Fahrzeug mit max. 45 km/h, max. 4 kW Leistung und einem Hubraum von bis zu 50 cm³ (bei Verbrennung) oder entsprechender Elektroleistung. Für dieses Fahrzeug brauchst du keinen Auto-Führerschein, aber du brauchst die Mofa-Prüfbescheinigung - und die bekommst du ab 15 Jahren.

Was ist die Mofa-Prüfbescheinigung?

Diese Prüfbescheinigung ist kein Führerschein - aber sie ist Pflicht, wenn du ein Leichtkraftrad fahren willst. Du musst dafür einen theoretischen Kurs von mindestens 6 Doppelstunden (90 Minuten pro Stunde) absolvieren und eine Prüfung bestehen. Die Kosten liegen zwischen 80 und 150 Euro, je nach Fahrschule. Die Prüfung ist einfacher als die für den Auto-Führerschein - aber sie ist keine Formsache. Viele Jugendliche machen sie mit 15, um unabhängig zur Schule zu kommen.

Wichtig: Diese Bescheinigung gilt nur für Fahrzeuge mit max. 45 km/h. Wenn du ein Fahrzeug mit 50 km/h oder mehr fahren willst - egal ob Elektro oder Benzin - brauchst du den Führerschein der Klasse AM, A1 oder B.

Elektroautos ohne Führerschein - gibt es die?

Ja, aber nur sehr spezielle. Die meisten Elektroautos - selbst die kleinen - sind als Kleinkraftrad oder Leichtkraftrad zugelassen. Ein echtes Elektroauto wie ein Renault Twizy oder ein Citroën Ami ist kein Mofa. Es ist ein Leichtkraftfahrzeug der Klasse L6e. Und dafür brauchst du einen Führerschein der Klasse B - oder ab 16 Jahren den Führerschein der Klasse AM, wenn das Fahrzeug max. 45 km/h schnell ist und nicht mehr als 4 kW Leistung hat.

Der Citroën Ami ist ein elektrisches Zweisitzer-Fahrzeug mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, einer Reichweite von bis zu 70 km und einem Gewicht von nur 550 kg. Er ist in Deutschland als Leichtkraftrad zugelassen und darf ohne Führerschein gefahren werden - aber nur mit der Mofa-Prüfbescheinigung.

Der Ami ist kein Spielzeug. Er hat Sicherheitsgurte, Bremsen, Licht und ein echtes Chassis. Aber er hat keine Airbags, keine ESP und keine stabile Karosserie. Wer ihn fährt, sollte wissen, dass er auf der Straße weniger geschützt ist als mit einem Auto.

Was ist mit Elektrorollern?

Elektroroller sind ein Sonderfall. Wenn er max. 20 km/h schnell ist und keine Sitzgelegenheit hat, gilt er als Elektro-Tretroller - und darfst du auf dem Radweg fahren. Aber du brauchst keine Prüfbescheinigung. Wenn er schneller als 20 km/h ist, aber max. 45 km/h, dann ist er ein Leichtkraftrad - und du brauchst die Mofa-Prüfbescheinigung.

Ein Beispiel: Der Segway Ninebot MAX ist ein Elektroroller mit 25 km/h Höchstgeschwindigkeit und einer Reichweite von bis zu 65 km. Er ist als Kleinkraftrad zugelassen - und du brauchst die Mofa-Prüfbescheinigung, um ihn auf öffentlichen Straßen zu fahren.

Wenn du einen Elektroroller kaufst, der über 25 km/h geht - z.B. 45 km/h - und du hast keine Prüfbescheinigung, dann bist du illegal unterwegs. Die Polizei kann dich anhalten, das Fahrzeug einziehen und eine Geldstrafe verhängen.

Citroën Ami steht an der Straße in Berlin, ein führerscheinfreies Elektrofahrzeug.

Was ist mit Fahrzeugen unter 20 km/h?

Fahrzeuge mit max. 20 km/h - wie viele Elektroroller, Elektro-Rollstühle oder kleine E-Mobility-Geräte - fallen unter die Elektrokleinstfahrzeuge (EKF). Sie dürfen auf Radwegen und in Fußgängerzonen fahren - aber nicht auf Straßen mit Tempo 50 oder mehr. Du brauchst keine Prüfbescheinigung, keine Versicherung, keine Zulassung. Aber du musst eine Haftpflichtversicherung haben - und das ist oft nicht klar.

Die meisten Hersteller liefern EKF mit einem Versicherungskennzeichen mit. Wenn nicht, musst du selbst eine Haftpflichtversicherung abschließen. Sonst bist du haftbar, wenn du jemanden anfährst - und das kann teuer werden.

Was darf man nicht ohne Führerschein fahren?

Vermeide diese häufigen Irrtümer:

  • Elektro-Motorräder mit 60 km/h - das ist ein Motorrad, und du brauchst A1 oder A.
  • Quad oder Geländewagen mit Elektromotor - das ist ein Kraftfahrzeug, und du brauchst B oder AM.
  • Elektro-Autos mit mehr als 45 km/h - auch wenn sie klein sind, wie der Smart EQ - du brauchst B-Führerschein.
  • Autos mit Sitz für zwei Personen und mehr als 45 km/h - egal ob elektrisch oder nicht - Führerschein Pflicht.

Einige Hersteller verkaufen Fahrzeuge mit der Aussage: „Führerschein nicht nötig“. Aber wenn du sie auf der Straße fährst, ohne Prüfbescheinigung, bist du nicht legal. Die Werbung ist oft irreführend.

Was passiert, wenn du ohne Berechtigung fährst?

Wenn du ein Fahrzeug fährst, für das du keine Prüfbescheinigung oder keinen Führerschein hast, ist das eine Ordnungswidrigkeit. Die Strafe liegt zwischen 10 und 70 Euro, aber es kommt oft schlimmer:

  • Das Fahrzeug wird eingezogen - bis zur Vorlage der nötigen Papiere.
  • Du musst die Kosten für die Abschleppdienste tragen - das kann 200 Euro und mehr kosten.
  • Wenn du einen Unfall verursachst, zahlt die Versicherung nicht - du bist selbst haftbar.
  • Wenn du unter 16 bist und ohne Prüfbescheinigung fährst, kann deine Eltern auch zur Verantwortung gezogen werden.

Es ist kein kleiner Fehler. Es ist eine rechtliche Gefahr - und viele Leute merken das erst, wenn es zu spät ist.

Wie erkenne ich, ob ein Fahrzeug führerscheinfrei ist?

Prüfe immer diese drei Dinge:

  1. Maximale Geschwindigkeit - muss 45 km/h oder weniger sein.
  2. Leistung - bei Elektrofahrzeugen max. 4 kW (5,4 PS).
  3. Zulassungsbescheinigung - dort steht die Fahrzeugklasse: L1e, L2e, L6e oder L7e. Nur L1e und L6e sind führerscheinfrei mit Mofa-Prüfbescheinigung.

Wenn du unsicher bist: Frag den Händler. Und wenn er sagt „Das geht ohne Führerschein“, frage: „Und mit Mofa-Prüfbescheinigung?“ Wenn er nicht weiß, was das ist - lass es sein.

Drei Elektrofahrzeuge mit rechtlichen Klassifizierungen nebeneinander auf der Straße.

Wo kann man solche Fahrzeuge kaufen?

Es gibt viele Anbieter - aber nicht alle sind seriös. In Leipzig und anderen Städten findest du spezialisierte Elektromobilitäts-Shops, die Fahrzeuge mit gültiger Typengenehmigung verkaufen. Achte darauf, dass der Händler dir den Typenschein und die Betriebserlaubnis ausstellt. Ohne diese Papiere ist das Fahrzeug nicht straßenfähig - auch wenn es toll aussieht.

Online-Käufe sind riskant. Viele Anbieter aus Asien verkaufen Fahrzeuge, die in Deutschland nicht zugelassen sind. Du bekommst das Fahrzeug, aber keine Zulassung. Dann kannst du es nicht versichern - und du fährst illegal.

Was ist mit Kindern?

Kinder unter 15 Jahren dürfen keine Leichtkrafträder fahren. Sie dürfen nur E-Fahrzeuge mit max. 20 km/h nutzen - und nur auf Radwegen. Kinder unter 10 Jahren dürfen gar nicht auf öffentlichen Straßen fahren - auch nicht mit E-Rollern.

Eltern sollten nicht denken: „Mein Kind ist klein, es ist doch sicher.“ Ein Elektroroller mit 25 km/h ist für ein 10-jähriges Kind gefährlich - und rechtlich nicht erlaubt.

Wie viel kostet ein führerscheinfreies Fahrzeug?

Ein einfaches Mofa mit Verbrennungsmotor kostet ab 800 Euro. Ein Elektro-Mofa mit 25 km/h und 50 km Reichweite liegt bei 1.200 bis 1.800 Euro. Der Citroën Ami kostet ab 8.990 Euro - aber das ist ein echtes Auto, nur mit kleinerer Leistung.

Die Mofa-Prüfbescheinigung kostet 80-150 Euro. Die Versicherung für ein Leichtkraftrad liegt bei 50-120 Euro pro Jahr. Das ist günstiger als ein Auto - aber nicht kostenlos.

Was ist die beste Wahl für Jugendliche?

Für 15-Jährige: Ein Elektro-Mofa mit 25 km/h und guter Reichweite. Es ist sicher, leicht zu fahren, und du kannst damit zur Schule fahren. Für 16-Jährige: Ein Leichtkraftrad mit 45 km/h wie der Citroën Ami - wenn du mehr Mobilität brauchst und dich auf die Straße traust.

Kein Fahrzeug ist perfekt. Aber wenn du die Regeln kennst, kannst du sicher und legal mobil sein - ohne Führerschein.

Darf man ein Elektroauto ohne Führerschein fahren?

Ja, aber nur bestimmte Modelle wie der Citroën Ami oder der Renault Twizy - und nur mit der Mofa-Prüfbescheinigung. Alle anderen Elektroautos, auch kleine, benötigen einen Führerschein der Klasse B oder AM.

Kann man mit 14 Jahren ein Mofa fahren?

Nein. Die Mofa-Prüfbescheinigung darf erst mit 15 Jahren erworben werden. Fahrzeuge mit bis zu 25 km/h dürfen erst ab diesem Alter auf öffentlichen Straßen gefahren werden.

Braucht man Versicherung für ein Mofa ohne Führerschein?

Ja. Jedes Fahrzeug, das auf öffentlichen Straßen fährt, muss versichert sein. Auch Mofas und Leichtkrafträder benötigen eine Haftpflichtversicherung mit Versicherungskennzeichen.

Ist ein Elektroroller mit 30 km/h führerscheinfrei?

Nein. Ein Elektroroller mit 30 km/h fällt unter das Leichtkraftrad. Dafür brauchst du die Mofa-Prüfbescheinigung. Ohne sie ist das Fahren illegal.

Was passiert, wenn man ohne Prüfbescheinigung fährt?

Du bekommst eine Geldstrafe von bis zu 70 Euro, das Fahrzeug wird eingezogen, und du musst die Abschleppkosten tragen. Bei einem Unfall haftest du persönlich - die Versicherung zahlt nicht.

Kann man die Mofa-Prüfbescheinigung online machen?

Nein. Die theoretische Prüfung muss in einer zugelassenen Fahrschule abgelegt werden. Online-Kurse gibt es, aber die Prüfung selbst ist immer vor Ort.

Gibt es führerscheinfreie Fahrzeuge mit mehr als zwei Sitzen?

Nein. Alle führerscheinfreien Fahrzeuge in Deutschland sind auf maximal zwei Sitze begrenzt. Fahrzeuge mit drei oder mehr Sitzen fallen unter die Klasse B und benötigen einen Auto-Führerschein.

2 Kommentare

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    Gerhard Lehnhoff

    Januar 4, 2026 AT 11:29

    Das ist alles Quatsch. Wer den Ami fährt, ohne Führerschein, ist ein Trottel. Die Polizei zieht das Fahrzeug ein, und du zahlst 300 Euro Abschleppkosten. Und dann noch 'Mofa-Prüfbescheinigung' – als ob das was wär. Kein echter Führerschein, kein echter Respekt. Wer so was fährt, hat keine Ahnung vom Straßenverkehr.

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    Anton Deckman

    Januar 4, 2026 AT 18:29

    Ich find’s klasse, dass es endlich Optionen gibt, ohne Führerschein mobil zu sein. Vor allem für Jugendliche, die nicht sofort 2000 Euro für einen Führerschein ausgeben können. Der Ami ist kein Spielzeug – er ist eine echte Lösung. Endlich kann man auch ohne Auto-Privileg von A nach B kommen. Hoffentlich wird das noch mehr verbreitet!

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