Jeder dritte Elektroroller-Fahrer in Deutschland überschreitet die erlaubte Geschwindigkeit - mit teuren Folgen. Doch wie schnell darf man eigentlich fahren? Die Antwort ist nicht immer einfach, denn die Regeln hängen von der Art des Rollers und dem jeweiligen Straßenabschnitt ab. Hier erfahren Sie alles Wichtige zu den aktuellen Gesetzen.
Elektroroller Ein Elektroroller ist ein elektrisch betriebenes Kleinstfahrzeug mit einer maximalen Leistung von 500 Watt und einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Er fällt unter die Kategorie Elektrokleinstfahrzeuge, die in Deutschland durch die Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt sind.Gesetzliche Geschwindigkeitsgrenzen für Elektroroller
Die maximale erlaubte Geschwindigkeit für Elektroroller in Deutschland beträgt 20 km/h. Diese Regel gilt für alle öffentlichen Straßen, Fahrradwege und Straßenabschnitte mit Tempo 30. Auf Fahrradwegen mit einer höheren Geschwindigkeitsbegrenzung (z. B. Tempo 40) müssen Sie sich an die dortigen Schilder halten. Auf Straßen ohne Tempo-30-Zone dürfen Sie nur mit 20 km/h fahren. Überschreiten Sie diese Grenze, riskieren Sie ein Bußgeld von mindestens 25 Euro.
Wo dürfen Elektroroller fahren?
Elektroroller dürfen auf Fahrradwegen, Fahrradstraßen und Straßen mit Tempo 30 oder weniger genutzt werden. Auf Gehwegen ist das Fahren grundsätzlich untersagt - hier müssen Sie den Roller stets schieben. In Fußgängerzonen gilt die gleiche Regel: Schieben statt Fahren. Nur in Ausnahmefällen, wie in bestimmten Städten mit speziellen Regelungen, können Sie dort langsam fahren. In München zum Beispiel dürfen Sie in manchen Fußgängerzonen mit bis zu 10 km/h unterwegs sein, wenn die Stadt dies ausdrücklich erlaubt. In Berlin hingegen ist das Fahren in Fußgängerzonen komplett verboten.
| Bereich | Max. Geschwindigkeit | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Fahrradweg | 20 km/h | Erlaubt, aber nicht auf Radwegen mit höherer Geschwindigkeitsbegrenzung |
| Straße | 20 km/h | Nur auf Straßen mit Tempo 30 oder weniger |
| Fußgängerzone | 6 km/h (schieben) | Kein Fahren, nur Schieben |
| Leichtkraftrad (ab 25 km/h) | 45 km/h | Benötigt Führerschein Klasse AM, Versicherung und Kennzeichen |
Konsequenzen bei Überschreitung der Geschwindigkeit
Wer mit mehr als 20 km/h fährt, riskiert nicht nur ein Bußgeld. Bei Geschwindigkeiten über 30 km/h steigt das Bußgeld auf bis zu 100 Euro. Zudem kann die Versicherung im Schadensfall die Leistungen verweigern. Wenn Sie einen Unfall verursachen, während Sie zu schnell fahren, müssen Sie alle Kosten selbst tragen. In schweren Fällen droht sogar ein Fahrverbot. Die Polizei kontrolliert regelmäßig die Geschwindigkeit von Elektrorollern mit Laser-Geräten. Es gibt keine Toleranzgrenze - bereits 21 km/h gilt als Überschreitung.
Elektroroller vs. Leichtkraftrad: Was ist der Unterschied?
Elektroroller mit einer Geschwindigkeit von mehr als 20 km/h fallen nicht mehr in die Kategorie Elektrokleinstfahrzeuge, sondern in die des Leichtkraftrads. Leichtkrafträder dürfen bis zu 45 km/h schnell fahren, erfordern aber eine gültige Fahrerlaubnis (Klasse AM), eine Versicherungskennzeichnung und ein Kennzeichen. Sie dürfen auf Straßen mit Tempo 50 fahren, aber nicht auf Fahrradwegen. Wer einen Elektroroller ohne Fahrerlaubnis mit mehr als 20 km/h fährt, begeht eine Straftat und riskiert bis zu 1.000 Euro Bußgeld.
Lokale Regelungen: Was gilt in Ihrer Stadt?
Manche Städte haben eigene Vorschriften. In Hamburg ist das Fahren in Fußgängerzonen komplett untersagt, während in Freiburg bestimmte Zonen für Elektroroller freigegeben sind. In Köln müssen Sie in der Innenstadt auf Fahrradwegen fahren, während Sie in anderen Bereichen auf der Straße fahren dürfen. Prüfen Sie immer die lokalen Verordnungen, bevor Sie losfahren. Die Stadtverwaltung veröffentlicht diese oft auf ihrer Website oder in der StVO-Ergänzung.
Sicherheitstipps für den sicheren Umgang mit Elektrorollern
Tragen Sie auch bei kurzen Strecken immer einen Helm. Obwohl es nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, reduziert ein Helm das Verletzungsrisiko bei Stürzen erheblich. Mit Kopfhörern zu fahren ist verboten und kann zu einem Bußgeld von 25 Euro führen. Achten Sie auf die Bremswege - bei 20 km/h benötigt ein Roller etwa 6 Meter zum Stoppen. Halten Sie immer einen Sicherheitsabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern und fahren Sie vorsichtig in Kurven. Regelmäßige Wartung des Brems- und Antriebssystems ist essenziell, um Unfälle zu vermeiden.
Darf man mit einem Elektroroller auf dem Gehweg fahren?
Nein, auf Gehwegen dürfen Elektroroller nicht gefahren werden. Sie müssen dort stets geschoben werden. Die maximale Geschwindigkeit beim Schieben beträgt etwa 6 km/h. Wer trotzdem fährt, riskiert ein Bußgeld von mindestens 25 Euro.
Wie hoch ist das Bußgeld bei Überschreitung der Geschwindigkeit?
Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 1-10 km/h beträgt das Bußgeld 25 Euro. Überschreiten Sie die 20 km/h-Grenze um mehr als 10 km/h, steigt das Bußgeld auf bis zu 100 Euro. Bei extremen Überschreitungen (z. B. 40 km/h) drohen höhere Strafen und mögliche Strafverfolgung.
Braucht man einen Führerschein für einen Elektroroller?
Für Elektroroller mit maximal 20 km/h benötigen Sie keinen Führerschein. Bei Geschwindigkeiten über 20 km/h (Leichtkraftrad) ist eine Fahrerlaubnis der Klasse AM erforderlich. Für Roller mit mehr als 45 km/h gilt die Klasse A1.
Kann die Versicherung bei Unfällen mit Elektrorollern lehnen?
Ja, wenn Sie gegen die Geschwindigkeitsregeln verstoßen oder ohne Versicherung fahren, kann die Versicherung die Schadenszahlung verweigern. Selbst bei geringen Überschreitungen (z. B. 21 km/h) gilt dies. Stellen Sie immer sicher, dass Ihr Roller eine Versicherungskennzeichnung trägt.
Gibt es Ausnahmen für Elektroroller in Fußgängerzonen?
In einigen Städten wie München sind bestimmte Fußgängerzonen für Elektroroller freigegeben, allerdings mit einer maximalen Geschwindigkeit von 10 km/h. In Berlin, Hamburg und Frankfurt sind Fußgängerzonen für Roller grundsätzlich gesperrt. Prüfen Sie immer die lokalen Schilder oder die Stadtwebsite, bevor Sie dort fahren.