E-Roller Nachteile: Was wirklich schiefgehen kann und wie du es vermeidest

E-Roller, elektrisch angetriebene Fahrzeuge mit Sitz und Lenker, die in Deutschland meist als Kleinkrafträder klassifiziert werden. Auch bekannt als Elektroroller, sind sie praktisch für kurze Strecken – aber sie haben auch Haken, die du kennen musst, bevor du einen kaufst. Viele denken, E-Roller sind die perfekte Lösung für Stadtverkehr. Doch hinter dem günstigen Preis und der leisen Fahrt verstecken sich echte Nachteile, die dir Ärger, Kosten oder sogar Strafen bringen können.

Ein großer Nachteil ist die Gesetzliche Komplexität. In Deutschland gilt ein E-Roller nicht als Spielzeug – er ist ein Kraftfahrzeug. Wenn er schneller als 20 km/h fährt, brauchst du eine Versicherungsplakette, einen Führerschein (Mofa-Prüfbescheinigung oder B1) und du musst ihn auf der Straße fahren, nicht auf dem Radweg. Wer das ignoriert, zahlt bis zu 100 Euro Bußgeld – und im Unfall haftet er selbst, weil die Versicherung nicht zahlt. Die Versicherung ist nicht optional, und sie kostet im Jahr zwischen 50 und 150 Euro, je nach Alter und Leistung. Das kommt oft als Überraschung, wenn man nur den Kaufpreis sieht.

Dann gibt es die Wartung. E-Roller haben keine Kette, keine Kupplung – das klingt gut. Aber der Akku ist ein Verschleißteil. Nach 300 bis 800 Ladezyklen (das sind meist 2–4 Jahre) verliert er bis zu 30 % seiner Kapazität. Ein neuer Akku kostet 200 bis 500 Euro – mehr als die Hälfte des Originalpreises. Und wenn der Motor oder die Bremsen kaputtgehen? Ersatzteile sind oft nur beim Hersteller erhältlich, und Reparaturen sind teuer. Viele günstige Modelle haben keine Service-Netzwerke. Du bist auf dich allein gestellt.

Und dann die Sicherheit. E-Roller haben kleine Räder, wenig Bodenfreiheit und keine Federung. Bei Schlaglöchern, Straßenbahnschienen oder nasser Fahrbahn wird die Fahrt schnell unangenehm – und gefährlich. Kein Helmgesetz? Das ist kein Vorteil, das ist eine Falle. Wer ohne Helm fährt, riskiert schwere Kopfverletzungen bei einem Sturz – und viele Unfälle passieren bei niedrigen Geschwindigkeiten, weil man den Roller unterschätzt.

Die Reichweite ist auch oft übertrieben. Ein Hersteller verspricht 80 km – aber in der Realität, bei Kälte, Hügeln oder mit Gepäck, bist du nach 40 km mit leerem Akku. Und du kannst ihn nicht einfach in der Tasche mitnehmen. Die meisten Akkus sind fest verbaut. Du lädst ihn zu Hause – oder gar nicht, wenn du unterwegs bist. Keine Ladestationen, keine Austauschstationen – du hängst fest.

Und wer glaubt, E-Roller seien für alle geeignet: falsch. Sie sind schwer, oft über 20 Kilo. Wer sie tragen muss – zum Beispiel in die Wohnung oder die U-Bahn – merkt schnell, wie unpraktisch das ist. Und im Winter? Kälte frisst den Akku. Bei unter 5 Grad sinkt die Reichweite dramatisch. Du musst ihn in der Wohnung lagern – und selbst dann ist er nicht sicher vor Diebstahl.

Die Liste der Nachteile ist lang: keine Schutzbleche, keine Lichter bei vielen Modellen, keine Anhängerkupplung, kein Gepäckträger, keine Abdeckung für Regen. Du musst alles nachrüsten – und das kostet wieder Geld. Und wenn du einen gebrauchten Roller kaufst? Dann riskierst du, dass der Akku schon am Ende ist, die Bremsen versagen oder der Hersteller längst aufgehört hat, Ersatzteile zu liefern.

Es gibt keinen perfekten E-Roller – nur den, den du mit Augenmaß wählst. Wer die Nachteile kennt, kann sie umgehen. Wer sie ignoriert, zahlt später doppelt. In den folgenden Artikeln findest du konkrete Tipps, wie du die größten Fallen vermeidest, welche Modelle wirklich halten, was du beim Kauf prüfen musst – und wie du dich legal, sicher und günstig durch die Stadt bewegst.

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